< Wenn Dimensionen kollabieren
25.10.2018 15:59 Alter: 2 yrs
Kategorie: Politik

Künstliche Intelligenz „Made in Germany“


Auf Basis der Erkenntnisse von Angela Merkels China-Reise (siehe Matrix3000 Band 106( hat die Bundesregierung ein Eckpunktepapier verabschiedet, um Deutschland zum „weltweit führenden Standort für Künstliche Intelligenz“ zu machen. Ein reichlich ehrgeiziger Plan angesichts des technologischen Vorsprungs der USA und Chinas.

Noch dazu, wo Deutschland noch nicht einmal in der Lage ist, das Land flächendeckend mit Hochgeschwindigkeits- Internetanschlüssen zu versehen.

Doch selbst wenn die Bundesregierung angesichts weltweiter Entwicklungen nur den Anschluss nicht verpassen will - die Konsequenzen werden das Land weiter verändern. Der unstillbare Durst des Staates auf die Daten der Bürger könnte schon bald schwer erkämpfte Regulierungen des Datenschutzes hinwegfegen. In dem Papier versucht die Regierung, ihre Pläne der Wirtschaft schmackhaft zu machen.

Die Öffnung von Datenbeständen der öffentlichen Hand und der Wissenschaft für die Nutzung in der KI-Forschung könne auch der Wirtschaft zugute kommen. Genau wie es in den USA schon seit Jahrzehnten üblich ist, stellt dies allerdings eine Zweibahnstraße dar. Kundendaten von Handelsunternehmen oder Aufzeichnungen von Überwachungskameras in Supermärkten und Banken würden im Zuge der „Open-Data-Strategie“ auch für den Staat geöffnet. Ängste vor dem „gläsernen Bürger“ wischt man vom Tisch. „Wir wollen, dass der Bürger weiß, was der Staat über ihn weiß.“, heißt es in dem Papier. Ist der Bürger etwa nicht mehr „gläsern“, nur weil er weiß, dass er „gläsern“ ist?

Profitieren von den neuen technologischen Entwicklungen werden - aus der Sicht des Normalbürgers - nur „die anderen.“ Neben einer Perfektionierung des Überwachungsstaates geht es darum, der Wirtschaft im Vergleich zu anderen Nationen „Wettbewebsvorteile“ zu verschaffen.

Was Deutschland betrifft, sind die Pläne zum Ausbau der Künstlichen Intelligenz noch mehr oder weniger Zukunftsmusik. Es geht zunächst darum, an Universitäten neue Lehrstühle zu schaffen und den Zugang des Mittelstandes zu existierender KI-Technik durch finanzielle Förderung zu erleichtern. Bis Ende November 2018 soll die Strategie fertig erarbeitet sein. Die eigens dazu eingesetzte Enquete- Kommission aus Bundestagsabgeordneten und Sachverständigen wird - entgegen den Forderungen der Opposition - geheim tagen.

Quelle: Matrix3000 Band 108

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