< Das neue Kilogramm
25.03.2019 10:45 Alter: 150 days
Kategorie: Wissen

Mund-zu-Mund-Beatmung - für das Handy!


Stromfluss in einer Graphenschicht

Wohl jeder von uns hasst diesen Moment - Man ist in der Stadt unterwegs, will ein Foto machen oder telefonieren, doch der Handy-Akku streikt. In Zukunft kein Problem mehr. Forscher arbeiten daran, dass es reichen wird, das Handy mit der eigenen Atemluft anzuhauchen, um den Akku wieder aufzuladen.

Das Zauberwort heißt Graphen - ein neues Wundermaterial mit immer neuen spektakulären Eigenschaften, über die Matrix3000 demnächst umfassend berichten wird. Hier nur so viel: Es geht um eindimensionale Kohlenstoff-Gitterstrukturen im Nanobereich.

Wassertröpfchen, wie sie auch in unserer Atemluft enthalten sind, haben die Fähigkeit der Hygroelektrizität, das heißt, sie können statische Elektrizität von atmosphärischen Staubpartikeln an sich binden. Eine Eigenschaft, die vermutlich für das Entstehen von Blitzen verantwortlich ist. Wenn feuchte Atemluft von den mikroskopischen Löchern einer Graphenschicht absorbiert werden, wird diese ionisiert und erzeugt einen elektrischen Strom, der stark genug sein kann, um einen Handy-Akku aufzuladen. In Laborversuchen konnte man damit bereits Spannungen bis zu 1,5 Volt erzielen. Mehr hat eine handelsübliche AA-Batterie auch nicht zu bieten.

Die größte Herausforderung besteht im Augenblick in der Miniaturisierung, damit man die Technologie in handliche Systeme einbauen kann. Das Ganze ist nicht nur als „Atemspende für das Handy“ gedacht. Man kann damit auch jede andere Art von Mikroelektronik ausrüsten, die man anschließend irgendwo im Terrain „aussetzen“ kann, wo sie dann „nur einen kleinen Hauch“ aus der Luftfeuchtigkeit der Atmosphäre zur Energieversorgung braucht.

Quelle: Matrix3000 Band 110

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