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25.03.2019 13:04 Alter: 203 days
Kategorie: Gesundheit

Radula - der Joint aus dem Wald


Dass Cannabis, umgangssprachlich bekannter als Marihuana, ein höchst wirkungsvolles Schmerzmittel ist, ist seit Langem bekannt. Doch immer noch tun sich Ärzte schwer damit, die Substanz Patienten zu verschreiben. Zu „anrüchig“ ist das Image dieses Wirkstoffs - der Joint auf Rezept -, und es kommt eben naturgemäß beim therapeutischen Einsatz auch zu „berauschenden“ Nebenwirkungen.

Damit könnte bald Schluss sein. Bereits 1994 entdeckte der japanische Chemiker Yoshinori Asakawa, dass das überall verbreitet im Wald wachsende Moos Radula perrottetii, auch Lebermoos genannt, eine Substanz namens Perrottetinene enthält, die dem Cannabis- Wirkstoff THC ähnelt. Die Substanz wirkt muskelentspannend, krampflösend und entzündungshemmend, und all das ohne die Nebenwirkungen von Cannabis.

Es dauerte über 20 Jahre, trotz Globalisierung, bis diese Erkenntnisse den Weg nach Europa fanden. Jetzt hat ein Forscherteam der Universität Bern die Ergebnisse aus Japan verifiziert und in Science Advances, dem Fachmagazin der American Association for the Advances of Science (AAAS) publiziert.1 Genau wie THC kann auch Perrottetinene an die sogenannten Cannabis-Rezeptoren im Gehirn andocken und so die gewünschte therapeutische Wirkung entfalten. Dabei verhält sich die neuentdeckte Substanz - im Gegensatz zu THC - eher wie ein körpereigenes Cannabinoid, stellt also kein (Rausch-)Gift dar.

Weitere Studien sind natürlich erforderlich, doch die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass die neue Substanz eines Tages zur Behandlung chronischer Schmerzund Entzündungszustände eingesetzt wird.

Lebermoos ist weltweit verbreitet und kommt auch in deutschen Wäldern vor. Allerdings enthalten nach derzeitigen Erkenntnissen nur drei bekannte Unterarten die therapeutisch bedeutsame Substanz. Sie kommen außer in Japan noch in Costa Rica und Neuseeland vor. 

Quelle: Matrix3000 Band 110

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