< Radula - der Joint aus dem Wald
25.03.2019 13:07 Alter: 204 days
Kategorie: Gesundheit

Rätselhafte „Zombie-Krankheit“ breitet sich rasant aus


Auch Menschen bedroht?

Seit vielen Jahren versetzen Science-Fiction-Serien wie „The Walking Dead“ Liebhaber des Genres mit dystopischen Visionen einer „Zombie-Apokalypse“ in sanftes Gruseln. Was dabei oft übersehen wird, ist, dass uns solch düstere Szenarien womöglich in nicht allzu ferner Zukunft bevorstehen könnten!

Nicht, dass sich nun in großer Zahl „Untote“ aus den Gräbern erheben würden, um bei Nacht ihr Unwesen zu treiben. Das dürfte wohl weiterhin Science Fiction bleiben. Die moderne Medizin ist jedoch einer Reihe von Krankheiten auf der Spur, deren Symptome den typischen Verhaltensweisen der „Zombies“ entsprechen - mit unkoordinierten Bewegungen nachts langsam herumzuschleichen, wobei die lebenden „Untoten“ roboterhaft, maschinell wirken und ganz offenbar keinerlei Intelligenz besitzen.

Bereits in Matrix3000 Band 108 berichteten wir über sogenannte „Zombie-Zellen“ im Gehirn, die im Gegensatz zu normalen Zellen nicht absterben (also tatsächlich so etwas wie „Untote“ sind) und im Verdacht stehen, Demenzerkrankungen wie Alzheimer auszulösen. Jetzt kommen alarmierende Meldungen aus den USA, wo sich bei Wildtieren, insbesondere Hirschen, Rehen und Elchen, eine rätselhafte „Zombie-Krankheit“ rasant ausbreitet. Ihr offizieller Name ist CWD (Chronic Wasting Disease - chronische Auszehrungskrankheit), doch selbst gestandene Mediziner nennen sie in der Alltagssprache meist „Zombie- Krankheit“.

Bei den erkrankten Tieren kommt es zu drastischer Gewichtsabnahme, unkoordinierten Bewegungen, Teilnahmslosigkeit, starkem Durst, häufigem Wasserlassen, starkem Speichelfluss, mangelnder Angst bei gleichzeitig ansteigender Reizbarkeit und Aggression. Die Krankheit verläuft stets tödlich, Behandlungsmethoden oder Impfstoffe gibt es noch nicht.

Alarmierend sind diese Meldungen vor allem auch deshalb, weil es Forschern im Labor gelungen ist, Affen mit dem Erreger zu infizieren. Das bedeutet, dass prinzipiell auch Ansteckungsgefahr für Menschen besteht. Die Affen erkrankten, nachdem sie Fleisch von erkrankten Tieren verzehrt hatten oder auch nur mit Körperflüssigkeiten der Tiere in Kontakt gekommen waren.

Bei den Rehen und Elchen zeigt sich der Krankheitserreger als außergewöhnlich virulent. In betroffenen Gebieten infiziert sich jedes zehnte Tier. Mancherorts verläuft die epidemische Ausbreitung noch heftiger. Leben größere Populationen auf engem Raum, wie es etwa bei Zuchttieren der Fall ist, beträgt die Infektionsrate fast 80 Prozent!

Bei dem Erreger handelt es sich um ein anomales Protein, das, wie gesagt, über Körperflüssigkeiten und durch bloßen Kontakt weitergegeben werden kann. Außerhalb eines Wirtsorganismus kann das Protein über längere Zeit im Erdboden und im Wasser überdauern, so dass für eine Infektion nicht einmal ein direkter Kontakt mit einem infizierten Tier notwendig ist. Dadurch werden auch präventive Vorsichtsmaßnahmen erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht.

Laut Auskunft des amerikanischen Center for Disease Control and Prevention (CDC) hat sich die Erkrankung bei Wildtieren vor allem im mittleren Westen der USA bereits epidemisch ausgebreitet.

Wer glaubt, dass Atlantik und Pazifik breit genug sind, um die anderen Kontinente vorläufig zu schützen, der irrt. Erste Krankheitsfälle bei Rehen und Elchen wurden auch schon aus Norwegen, Finnland und Südkorea gemeldet. Es handelt sich wie gesagt um eine fortschreitende und stets tödlich endende Krankheit, die Gehirn, Rückenmark und andere Körpergewebe befällt. Sie wird durch schädliche Proteine ausgelöst, so wie es auch beim Rinderwahnsinn (Creutzfeld-Jacob-Krankheit) der Fall ist. Diese Proteine können die im Körper vorhandenen gesunden Proteine massiv schädigen, insbesondere im Nervengewebe. Die Inkubationszeit bis zum Auftauchen der ersten Symptome kann bis zu einem Jahr betragen.

Quelle: Matrix3000 Band 110

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