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19.07.2019 10:16 Alter: 121 days
Kategorie: Politik

US-Botschafter: Huawei 5G kann aus der Ferne töten


Seit Populisten weltweit an die Macht kommen, sind auch allerlei mehr oder weniger obskure Verschwörungstheorien salonfähig geworden. Allen voran in den USA. Dass jedoch auch US-Diplomaten nicht mehr entsandt werden, um die Beziehungen zu den Gastländern zu verbessern, sondern um dort mit Hilfe offener Drohungen die Durchsetzung von US-Politik zu erzwingen, ist neu. In Berlin wird bereits diskutiert, den US-Botschafter zur Persona non grata zu erklären und auszuweisen, da er unverhohlene Drohungen gegen die Bundesregierung ausgesprochen hat, u. a. beim Wehretat und der geplanten Kooperation mit Huawei.

 

Diesbezüglich setzte Gordon Sondland, US-Botschafter bei der EU in Brüssel, noch einen drauf. In einem Interview für Politico sagte er, Huawei-Technologien seien nicht nur geeignet, Telefonate abzuhören, sondern auch, um Menschen aus der Ferne zu ermorden.

 

Er präzisierte seine Aussage: „Irgend jemand aus dem Pekinger Politbüro geht an ein Handy und sagt: Ich will ein Gespräch abhören, oder ich will ein Auto, das ans 5G-Netz angeschlossen ist, von der Straße schieben und den Mann töten, der darin sitzt.“

 

Nun weiß man, dass Donald Trump und seine Getreuen ihre Informationen meist aus zweifelhaften Kanälen, etwa Fox News, Breitbart und sonstiger Krawallpresse, beziehen. Dort sind Verschwörungstheorien dauerpräsent. Aber könnte in diesem Fall etwas dran sein?

 

Erstebs; Um abgehört zu werden, muss man kein Handy von Huawei besitzen. Das geht auch bei Samsung oder Apple. Zweitens: Dass die heutigen Autos zumeist internetfähige Multimedia-Maschinen sind, ist unbestritten. Ebenfalls, dass der Autofahrer Gefahr läuft, sich selbst umzubringen, wenn er während der Fahrt ständig SMS verschickt oder bei Facebook herumsurft. Wie aber sollte es funktionieren, per Fernbefehl einen Wagen in den Straßengraben zu lenken, selbst wenn die Software des Wagens nicht hackersicher ist? Das sollte doch wohl höchstens bei einem Tesla klappen. Kurz gesagt: Sondland sollte seine Kritik nicht auf Huawei, sondern auf die Technologien des US-Staatsbürgers Elon Musk lenken.

 

Solchen Unsinn zu verbreiten, kann seriöse Zweifel an 5G - etwa fehlende Unbedenklichkeitsnachweise - ins Lächerliche ziehen.

 

Quelle: Matrix3000 Band 111

 

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