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19.07.2019 13:36 Alter: 121 days
Kategorie: Politik

Gib dem Affen Zuckerberg!


Anfang dieses Jahres feierte Facebook seinen 15. Geburtstag. Seit die Plattform aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist, hat sie längst ihre Unschuld verloren. Sie ist von Datenskandalen geschüttelt, einer schlimmer als der andere. Wahlbeeinflussung durch russische Fake- Accounts, gehackte Benutzerdaten, E-Mails des britischen Unterhauses geleaked und, und, und… Und dennoch: Als Geburtstagsgeschenk neue Rekord-Userzahlen. Derzeit 2,32 Milliarden. Was macht Facebook so unangreifbar?

 

Eigentlich könnte jeder genau wissen, wie Facebook funktioniert. Je mehr der User den aufdringlichen Aufforderungen der Software gehorcht, doch bitte schön noch mehr intime Details seines Lebens mit seinen Freunden zu teilen, desto zielgenauer kann Facebook seine Daten ganz bestimmten Werbekunden verkaufen. Das ist das geniale Erfolgsrezept, das Herrn Zuckerberg zum Multimilliardär machte. Der Zweck von Facebook ist nicht, Menschen miteinander zu vernetzen. Das ist nur Mittel zum Zweck. Es geht darum, das „Schweigen der Lämmer“ zu verhindern. Die Lämmer sollen möglichst viel über sich mitteilen, während sie zur Schlachtbank des Konsumterrors geführt werden.

 

Damit die gleichen Menschen das mitmachen, die noch vor 20 Jahren bei jeder Fernsehwerbung weggezappt haben oder zum Klo gegangen sind, gab es nur einen Weg: Sie mussten süchtig gemacht werden. Kein Junkie wird sich davon abschrecken lassen, wenn er hört, dass Speed oder Heroin ihn umbringen können. Genauso ist der Zug längst abgefahren, die Facebook- Junkies davon abzuhalten, den Inhalt ihres Frühstückstellers mit wildfremden Leuten zu teilen und den Werbestrategen damit immer mehr Futter zu geben. „Gib dem Affen Zucker“, so hieß einst eine Filmkomödie mit Adriano Celentano. Heute müsste es heißen: „Gib dem Affen Zuckerberg“.

 

Quelle: Matrix3000 Band 111

 

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