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26.09.2019 14:12 Alter: 52 days
Kategorie: Politik

Wenn Land zur Handelsware wird


Während Donald Trump seinen „Grönland-Deal“ auch gegen Widerstände ausDänemark anstrebte...

...waren die Norweger bereit, einen kleinen Teil ihres Landes, den Gipfel des Halti, an Finnland zu verschenken.

Seitdem Populisten wie Donald Trump oder Boris Johnson die Schlagzeilen beherrschen, wurde der Begriff des Kompromisses durch den „Deal“ ersetzt.Man will uns glauben machen, in der Politik sei alles erreichbar, wenn nur der Preis stimmt. Spätestens, als Donald Trump seinen Staatsbesuch in Dänemark platzen ließ, nur weil die Dänen nicht bereit waren, über seinen absurden Vorschlag zu verhandeln, Grönland zu kaufen, wurde klar, dass es nicht nur um eine Schnapsidee aus Trumps morgendlichern Twitter-Eskapaden ging. Der US-Präsident meinte es ernst, und er spielte weiter den Immobilienhai, der mit genügend Geld sogar die Landkarte der Welt verändern wollte.

 

Dass mögliche Grenzverschiebungen zwischen Staaten auch ganz anders vor sich gehen könnten, zeigt ein Ereignis vor einigen Jahren zwischen Norwegen und Finnland. Es ging um Finnlands höchsten Berg, den Halti (1331 Meter). Der liegt nicht nur hoch oben in Lappland an der finnisch-norwegischen Grenze. Der Gipfel befindet sich sogar schon auf norwegischem Territorium.

 

Und so kam aus Norwegen der originelle Vorschlag, den Finnen zum hundertsten Jahrestag ihrer Staatsgründung 2017 den norwegischen Teil des Halti zu schenken. Die Staatsgrenze sollte dazu um 200 Meter verschoben werden. Damit wäre gewährleistet gewesen, dass Finnlands höchster Berg tatsächlich ein finnischer Berg wäre. Initiator des Vorschlages war der Geophysiker Bjørn Geirr Harsson. Er drehte einen Dokumentarfilm über den „Birthday Mountain“ und hoffte so, in der Bevölkerung Unterstützung zu finden.

 

„Länder auf der ganzen Welt bemühen sich, ihre Gebiete zu vergrößern, und Norwegen ist bereit, einen kleinen Teil seines Landes zu verschenken, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Es wäre ein Geschenk aus den Tiefen des norwegischen Herzens an unsere finnischen Freunde. Wir möchten ihnen zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit etwas wirklich Schönes schenken“, sagte Harsson.

 

Norwegens Premierministerin Erna Solberg gefiel die Idee von Anfang an sehr, und gefühlsmäßig war sie durchaus bereit, bei dem Plan mitzumachen, doch am Ende kapitulierte sie vor juristischen Problemen, da die norwegische Verfassung es verbot, einen Teil des Staatsgebiets herzuschenken. Der uneigennützige „Deal“ kam nie zustande.

 

Quelle: Matrix3000 Band 112

 

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