< Kommt jetzt das Holzzeitalter?
26.09.2019 14:28 Alter: 51 days
Kategorie: Wissen

Copyright - Copyleft


Was Urheberrecht bedeutet, davon haben wir wohl schon alle etwas gehört. Doch dass es neben dem Copyright auch ein „Copyleft“ gibt, also ein „Urheberlinks“, und das schon seit 35 Jahren – das weiß außer ein paar Insidern kaum jemand. Was soll das sein?

 

Copyleft entstand 1984, als der Hacker und Programmierer Richard Stallman das Konzept der Freien Software entwickelte. Auch als „Open Source“ bekannt. Nach den Copyleft-Regeln ist jede Information frei und damit nicht nur allgemein verfügbar, sondern sie darf von Jedermann beliebig modifiziert und unbegrenzt weiterverbreitet werden. Symbol des Copyleft ist ein gespiegeltes Copyright-Zeichen. Auf diese Weise lizenzierte Produkte werden häufig mit einem Zusatz versehen, der nicht mehr das gewohnte „all rights reserved“ ist, sondern „all rights reversed“ („alle Rechte umgedreht“).

 

Open-Source-Produkte sind inzwischen so integrale Bestandteile unseres täglichen Lebens geworden, dass vielen von uns nicht mehr bewusst ist, dass es sich um „Copyleft- Produkte“ handelt. Das Betriebssystem Linux gehört dazu, die Bürosoftware Open Office, ein Konkurrenzprodukt zu Microsoft Word und Konsorten, aber im Grunde auch Android, das weltweit verbreitete Handy- und Tablet- Betriebssystem. Android hatte zumindest als Open-Source-Software begonnen, ist aber seit der Übernahme durch Google US-amerikanischem Recht unterworfen und daher nicht mehr „ganz so frei“, wie der kürzlich vom Zaun gebrochene Streit mit Huawei um die Nutzungsrechte bewies.

 

Aber nicht nur Software wird nach Copyleft- Regeln verbreitet, sondern auch Information. Bekanntestes Beispiel ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die jeder wohl schon mal benutzt hat, obwohl vor den „Risiken und Nebenwirkungen“ gewarnt werden muss. Die Freiheit für Jedermann, etwas zu ändern, führt durchaus schon mal zu Fake-Informationen, und seltsamerweise wird derjenige, der etwas richtigstellen will, häufig von den unsichtbaren, dafür aber um so allmächtigeren Wikipedia-Wächtern abgeblockt. Über Wikipedia dürfen auch bestimmte Bildmaterialien frei übernommen werden. Sie werden dann als „public domain“ („gemeinfrei“) bezeichnet. Anstelle des gespiegelten wird hier ein durchgestrichenes Copyright-Zeichen verwendet.

 

Quelle: Matrix3000 Band 112

 

Matrix3000 Band 112 als E-Paper-Download