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19.12.2019 22:06 Alter: 37 days
Kategorie: Politik

Australische Zeitungen kämpfen für Pressefreiheit


Mit einer originellen Aktion protestierte Australiens Presse im Herbst 2019 gegen zunehmende Einschränkungen der Pressefreiheit. Zeitlich synchronisiert erschienen alle gro0en Tageszeitungen mit Titelseiten, auf denen die Texte komplett geschwärzt sind, so wie wir es von freigegebenen Geheimdienstakten kennen.

 

Die Aktion stand unter dem Motto „Your Right to Know“. Die rechtskonservative Regierung von Premierminister Scott Morrison hatte in letzter Zeit – genau wie in vielen anderen westlichen Ländern - durch Gesetzesverschärfungen die Pressefreiheit massiv eingeschränkt.

 

„In Australien werden Menschen, die ihre Meinung sagen, bestraft, und Journalismus wird kriminalisiert. Das muss sich ändern.“, hieß es in einer Erklärung des Fernsehsenders Channel 9. Und der Chef von ABC fügte hinzu: „Australien läuft Gefahr, die geheimnisvollste Demokratie der Welt zu werden.“

 

Anlass waren in erster Linie einige Polizeieinsätze gegen Journalisten, deren Wohnungen und Redaktionsräume durchsucht wurden. Meist ging es um die Veröffentlichung geheim gehaltener Dokumente, die den Journalisten durch Whistleblower zugespielt worden waren. In einem Fall wurde dadurch ein Plan der Behörden publik, das Abhören unbescholtener Bürger zu erleichtern.

 

Nachdem der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ABC über mutmaßliche Kriegsverbrechen australischer Eliteeinheiten in Afghanistan berichtet hatte, wurden die Redaktionsräume des Senders von der Polizei ebenfalls durchsucht.

 

Bei der Protestaktion der Zeitungen wurden auch Forderungen geäußert, Whistleblower besser gesetzlich zu schützen. Ein Thema, das ja auch im Zusammenhang mit dem Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Trump aktuell wurde.

 

Quelle: Matrix3000 Band 113

 

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