< Was Berge verbergen
24.03.2020 11:15 Alter: 72 days
Kategorie: Politik

„Cambridge Analytica“ manipulierte Wahlen in 65 Ländern


Der Skandal ist uns noch im Gedächtnis. Nach der US-Präsidentenwahl 2016 war bekannt geworden, dass das britische Datenanalyseinstitut Cambridge Analytica, gegründet u. a. von dem bekannten Rechtsextremisten Stephen Bannon, die Wahlen massiv zugunsten von Donald Trump manipuliert hatte. Der Skandal verlief, wie so vieles, im Sande. Doch jetzt trat eine Whistleblowerin an die Öffentlichkeit mit Fakten, die zeigen, dass die US-Wahlmanipulationen nur die Spitze des Eisberges war.

 

Insgesamt soll Cambridge Analytica weltweit Wahlen in 65 Staaten auf die gleiche Art manipuliert haben. Unter anderem verhalf man dadurch auch dem berüchtigten Rechtspopulisten Jair Bolsonaro ins Präsidentenamt Brasiliens. Genau wie bei der Trump-Wahl hatte das Unternehmen massenhaft Sicherheitslücken in sozialen Netzwerken wie Facebook genutzt, um Nutzerprofile auszulesen und zu analysieren. Dadurch konnte man gezielt und punktgenau Desinformationen ausstreuen, um Wahlverhalten zu steuern. Darüber hinaus soll das Unternehmen Kandidaten gegnerischer Parteien erpresst, bestochen oder durch rufschädigende Falschinformationen diskreditiert haben.

 

Veröffentlichte E-Mails dokumentieren ferner, wie die Herkunft von Schwarzgeldern, die an Donald Trump oder Gesinnungsfreunde in anderen Ländern gespendet wurden, systematisch verschleiert wurde. Auch der Brexit soll mit Hilfe solcher Praktiken „gedeichselt“ worden sein.

 

Wie die Whistleblowerin darlegte, sollen Unternehmensvertreter nicht einmal versucht haben, diese illegalen Aktionen zu verschleiern. Sie hatten im Gegenteil sogar immer wieder damit geprahlt, ohne dass dies jemand ernsthaft zur Kenntnis nahm. Cambridge Analytica wurde 2018 aufgelöst. Doch die Whistleblowerin warnte davor zu glauben, das Problem sei damit gelöst. Die Mitarbeiter existierten weiterhin und würden von anderer Stelle aus und unter anderem Namen ihre subversive Tätigkeit fortführen. Damit ist es auch äußerst zweifelhaft, dass die Präsidentschaftswahl 2020 einigermaßen fair ablaufen könnte.

 

Quelle: Matrix3000 Band 114

 

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