< Geheime Untergrundbasen
25.06.2020 10:50 Alter: 156 days
Kategorie: History

Gefesselt von Blondinen


Alfred Hitchcock. Das Schicksal, ein unartiger Junge zu sein

 

Nein, auf diese Eisenbahnschienen wurde Alfred Hitchcock nicht von einer Blondine gefesselt. Das Bild stammt aus einem seiner

makabren Trailer, mit denen er die Folgen seiner Kurzfilmserie „Alfred Hitchcock presents“ einleitete.

„Gefesselt“ von Blondinen war der Meisterregisseur trotzdem. Die besten von ihnen spielten Hauptrollen in seinen berühmtesten Filmen: Grace Kelly, Kim Novak, Doris Day, Tippi Hedren, Julie Andrews und viele andere. Der „Master of Suspense“ schuf Filmwerke, die bis heute zu den Klassikern des Genres zählen und eine neue Ära des Kinos begründeten. Er porträtierte die Welt als Falle - er spielte nicht mit Effekten,

er arbeitete mit Spannung, Understatement – und er zeigte Gewalt in ihrer dunkelsten, raffiniertesten Variante – die er auch selbst anwandte. Seine einmalige Kunst, die auf Actionszenen weitgehend verzichten konnte, wurde oft kopiert, aber nie erreicht. Dafür müsste ein Regisseur Alfred Hitchcocks Charakter haben. Er war Genie und Visionär, zugleich aber auch Frauenverächter und Sadist. Insbesondere seine gebrochenen Charaktere stellten häufig Aspekte seiner eigenen Persönlichkeit dar. So „war“ er der Voyeur L. B. Jeffries aus „Das

Fenster zum Hof“. Er „war“ auch der traumatisierte Polizist John „Scottie“ Ferguson aus „Vertigo“, der Frauen als formbare Modelliermasse betrachtete. In gewisser Weise „war“ er sogar Norman Bates aus „Psycho“.

Im April dieses Jahres gedachte die Kinowelt des 40. Todestages des Meisters. Sein Filmwerk ist unsterblich, doch sein Leben war das eines skrupellosen Machtmenschen, der selbst niemals glücklich war.

 

Leseprobe

 

Vollständiger Artikel in Matrix3000 Band 115

 

Matrix3000 Band 115 als E-Paper-Download