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25.10.2007 12:08 Alter: 15 yrs
Kategorie: Politik

Gefälschte Fotos ebneten Weg zum Irak-Krieg


Die Regierung Bush setzte offenbar sogar gefälschte Fotos ein, um ihren geplanten Einmarsch im Irak zu legalisieren. Dies folgt aus einer ungeheuerlichen öffentlichen Enthüllung des US-Kongressabgeordneten Paul Kanjorski (Demokraten) auf einer Stadtversammlung in Bloomsburg, Pennsylvania, im Herbst 2007. Danach habe die CIA im Weißen Haus kurz vor der entscheidenden Kongressabstimmu n g über den Krieg einigen ausgewählten Abgeordneten Fotos gezeigt, auf denen irakische UAVs zu sehen waren (Unmanned Aerial Vehicles, also unbemannte, ferngelenkte Flugkörper, auch „Drohnen“ genannt). Dazu erläuterten die Geheimdienstler, diese UAVs seien in der Lage, nukleare, biologische oder chemische Waffen zu tragen. Sie könnten auf Frachtschiffe verladen werden und von dort aus angeblich jede Stadt in einem Radius von 1600 Kilometer von der amerikanischen West- oder Ostküste erreichen. Während des Briefings seien sowohl Präsident Bush als auch die damalige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice mehrfach in den Konferenzraum gekommen und dann kurz darauf wieder hinausgegangen.

Wie Kanjorski weiter ausführte, war es das zweite Mal, dass er zu einem Briefing ins Weiße Haus gerufen worden war. Er hatte sich mehrfach öffentlich gegen einen zweiten Irak- Krieg ausgesprochen, und das erste Briefing hatte seine Meinung nicht geändert. Nach dem zweiten Treffen jedoch waren er und seine anwesenden Kollegen überzeugt, der Irak stelle eine so große Bedrohung dar, dass militärische Aktionen gerechtfertigt seien. Erst Jahre später habe er erfahren, daß die Fotos der angeblichen irakischen Drohnen von CIA-Fotografen in einem Wüstengebiet im Südwesten der Vereinigten Staaten angefertigt worden seien.

[Anm. d. Red.: Diese Enthüllung geht auf einen Artikel des US-Journalisten Walter Brasch zurück, der auch Professor für Journalismus an der Bloomsburg-Universität ist. Wie der Autor am Ende bemerkt, haben CIA und Pentagon zu der Enthüllung bislang nicht Stellung genommen. Der Kongreßabgeordnete Kanjorski stand für weitere Nachfragen der Presse nicht zur Verfügung; auf Nachrichten auf seinem Anrufbeantworter reagierte er nicht.]