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23.12.2004 07:22 Alter: 16 yrs
Kategorie: Politik
Von: Grazyna Fosar / Franz Bludorf

Die Bilderberger


Historisches Foto vom ersten Bilderberger-Treffen 1954 im Hotel Bilderberg, Den Haag. Auf dem Podium Prinz Bernhard der Niederlande, der den Vorsitz führte.

Post von den Bilderbergern: Faksimiles des Schreibens der Bilderberger an die Redaktion Matrix3000 inkl. Agenda früherer Tagungen und der offiziellen Teilnehmerliste des Treffens 2004 in Stresa, Italien

Hinter den Kulissen der Macht.

„Wenn es keine Millionäre gäbe, müssten sie erfunden werden. Die Menschheit braucht sie – als Steuerzahler, als Wirtschaftskapitäne, als Gesprächsstoff und als Lustspielfiguren.“ Diese Sätze schrieb Erich Kästner 1934 in seinem satirischen Roman „Drei Männer im Schnee“. Würde Kästner heute noch leben, so würde er vermutlich hinzufügen: „... und für Verschwörungstheorien“.

Seit vielen Jahren bereits kursieren die abenteuerlichsten Legenden über eine geheimnisumwitterte Gruppe einflussreicher Politiker und Wirtschaftsmagnaten, die hinter den Kulissen der Weltpolitik operieren soll – die Bilderberger. Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit sollen sie die Geschicke der Menschheit lenken, weder kontrolliert von den nationalen Parlamenten oder gar vom Wähler, noch kommentiert von der Presse. Erst in letzter Zeit fangen auch die seriösen Massenmedien an, sich der Thematik zuzuwenden. Fazit: Wir brauchen die Bilderberger nicht zu erfinden. Es gibt sie. Ob ihre Macht wirklich so allumfassend ist, wie manchmal behauptet wird, ist fraglich. Tatsache ist aber auch, dass sie auf wichtige Entwicklungen der Weltgeschichte nach dem zweiten Weltkrieg tatsächlich Einfluss genommen haben.

Die Herren der Zeit

Es gehört zu den Grundregeln journalistischer Fairness, im Verlauf der Recherche über ein Thema alle beteiligten Seiten zu Wort kommen zu lassen. Insofern wandten wir uns auch direkt an die Organisation der Bilderberger.

Überraschenderweise erreichte uns dann nach einigen Tagen ein dickes Kuvert mit Informationsmaterial, u.a. der offiziellen Teilnehmerliste des Treffens von 2004 (die Sie auf den vorangehenden Seiten jeweils am Rand lesen können) sowie genauen Angaben darüber, wie sich die Bilderberger selbst definieren. Am ergiebigsten jedoch erwies sich eine Liste der Agendas sämtlicher Tagungen seit den fünfziger Jahren. Die Bilderberger sehen sich danach selbst als „ein kleines, flexibles, informelles, internationales off-the-record- Forum, in dem unterschiedliche Standpunkte ausgedrückt und gegenseitiges Verständnis verbessert werden können.“ Wenn es sich also nur um so harmlose und unverbindliche Treffen handeln sollte, wieso steht dann eigentlich am Kopf der Teilnehmerliste „STRICTLY CONFIDENTIAL“ (streng vertraulich)? Und was noch drolliger ist - wenn die Liste so „strictly confidential“ ist, wieso schickt man sie dann an die Presse? Auch wenn so manche Legende über die Bilderberger falsch oder zumindest übertrieben sein dürfte - dieses paradoxe Vorgehen dürfte wohl vor allem ausdrücken, dass die Bilderberger selbst an der Legendenbildung interessiert sind! Man sagt uns zwar, wer teilgenommen hat, aber das ist selbstverständlich streng vertraulich!

Also, liebe Leser - bitte auf keinen Fall weitersagen!

Die Agendas der Bilderberger-Konferenzen seit 1954 lesen sich - naturgemäß - wie ein Geschichtsbuch europäischer und internationaler Nachkriegsgeschichte. Allerdings mit einer wichtigen Veränderung, wodurch die Bilderberger doch als Gestalter unserer Zukunft - als Herren der Zeit sozusagen - erscheinen (wenn natürlich auch einige Damen dabei sind!): Bei einigen wichtigen politischen und wirtschaftlichen Themen wird nämlich deutlich, dass die Bilderberger keineswegs nur auf historische Entwicklungen reagieren, sondern sie prägen und ausarbeiten, denn ihre Agenda läuft in diesen Fällen den äußeren Ereignissen voraus. Einige Beispiele haben wir schon im Artikel erwähnt, so etwa die europäische Einigung. Sie stand 1955 und 1956, also vor dem Abschluss der Römischen Verträge von 1957, auf der Tagesordnung. Aus deutscher Sicht ist auch die Tagung 1988 in Telfs-Buchen (Österreich) von großem Interesse. Zum ersten und einzigen Mal gehörte der langjährige Bundeskanzler Helmut Kohl zu den Teilnehmern, und zum ersten Mal seit den fünfziger Jahren wurde „die deutsche Frage wieder aufgegriffen“. Wohlgemerkt - 1988, nicht 1989, als die Berliner Mauer tatsächlich fiel! Was soll der äußere Anlass gewesen sein, 1988 über „die deutsche Frage“ zu reden? Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und Kamerun? Steffi Grafs zweiter Wimbledon-Sieg oder der sechste Europameistertitel für Katarina Witt? Nach einem Blick ins Geschichtsbuch würde man über 1988 eigentlich sagen: „Nothing important happened this year.“ Planten also die Bilderberger den Fall der Mauer?

Vollständigen Artikel lesen (mit offizieller Teilnehmerliste 2004)

Quelle: Matrix3000 Band 25

 

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