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27.10.2011 13:12 Alter: 11 yrs
Kategorie: Wissen
Von: Franz Bludorf

Erde von Gürtel aus Antimaterie umgeben


Zwischen dem inneren und dem äußeren Van-Allen-Gürtel befindet sich ein Bereich, in dem Antimaterie „überleben“ kann.

Erstmals haben Astrophysiker ein dünnes Band aus Antimaterie beobachtet, das die Erde umgibt. Einer aktuellen Publikation in den Astrophysical Journal Letters zufolge befindet es sich zwischen dem inneren und äußeren Van-Allen-Gürtel. In den beiden Van-Allen-Gürteln, die die Erde wie zwei riesige Donuts umgeben, fängt das Erdmagnetfeld normale Materie von der Sonne und aus dem interstellaren Raum ein, so dass die energiereichen Teilchen nicht die Erdoberfläche erreichen können. Man weiß jedoch schon seit langem, dass man mit Hilfe eines Magnetfeldes auch Antimaterie einfangen und von anderer Materie abschirmen kann. Antimaterie kann normalerweise nicht in der Nähe gewöhnlicher Materie koexistieren, da Teilchen und Antiteilchen einander sofort zu Energie zerstrahlen. Zwischen den beiden Van-Allen-Gürteln jedoch gibt es einen Bereich, in dem die Materie so weit ausgedünnt ist, dass dort Antimaterie längerfristig erhalten bleiben kann. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass der Antimaterievorrat im Van-Allen-Gürtel groß genug ist, dass zukünftige Raumschiffe mit Antimaterie- Antrieb dort Treibstoff tanken könnten. Seit 2006 befindet sich der NASA-Satellit PAMELA (Payload for Antimatter Matter Exploration and Light-nuclei Astrophysics) im Orbit, um hochenergetische Teilchen von der Sonne und aus dem interstellaren Raum (kosmische Strahlung) zu untersuchen. Jetzt hat PAMELA erstmals den Antimateriegürtel um die Erde nachgewiesen.

Wo kommt diese Antimaterie her? Im Preprint einer astrophysikalischen Fachpublikation der Cornell University heißt es: „Diese Antiteilchen werden bei nuklearen Interaktionen hochenergetischer kosmischer Strahlen mit der Erdatmosphäre erzeugt und akkumulieren im Erdmagnetfeld in Höhen von mehreren hundert Kilometern. … Die von PAMELA gemessenen Daten zeigen, dass der magnetosphärische Antiprotonenflux im Bereich der Südatlantischen Anomalie (SAA) den Antiprotonenflux der kosmischen Strahlung um drei Größenordnungen übersteigt während des momentanen solaren Minimums, und er übersteigt den Antiprotonenflux außerhalb der Strahlungsgürtel um vier Größenordnungen, so dass er die ergiebigste Quelle von Antiprotonen in Erdnähe bildet.“

Quelle: Matrix3000 Band 66

Literatur:

O. Adriani, G. C. Barbarino, G. A. Bazilevskaya et al. : The discovery of geomagnetically trapped cosmic ray antiprotons. Preprint einer Publikation im ApJL, Cornell University, 25. 7. 2011

Fosar/Bludorf: Welt am Limit. Peiting 2011 (südatlantische Anomalie)