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20.12.2012 09:16 Alter: 10 yrs
Kategorie: Politik

Leise, aber tödlich


Wenn jemand mit einem Gewehr oder einer Pistole schießt, dann gibt das zunächst einmal einen lauten Knall, das weiß jeder. Das Geräusch kann zwar bei Pistolen noch durch Aufschrauben eines Schalldämpfers etwas reduziert werden, doch ein wirklich unbemerkter Schusswaffeneinsatz ist auch damit nicht möglich. Für die Special Forces der US-Armee bei ihren verdeckten Einsätzen durchaus ein Problem. Daher diskutieren Pentagon und Homeland Security in den USA jetzt den Einsatz sogenannter „Stealth- Gewehre“. Der Knall beim Schuss entsteht dadurch, dass das Geschoss mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs ist. Das laute Geräusch hat also die gleiche Ursache wie der Knall eines Düsenjägers, wenn er die Schallmauer „Mach 1“ durchbricht. Wenn ein Geschoss mit langsamerer Geschwindigkeit unterwegs ist, ohne die Schallgrenze zu durchbrechen, ist es automatisch sehr leise abzufeuern. Inwieweit solche „Stealth-Waffen“ bereits zum Einsatz kommen, darüber gibt es widersprüchliche Aussagen. Das Verteidigungsministerium in Washington erklärte, man verfüge bislang nicht über Unterschallgeschosse, die „für den Gebrauch in Waffen für den Einsatz bei beliebigen Aktionen des Verteidigungsministeriums klassifiziert“ seien. Diese eingeschränkte Formulierung suggeriert, das Special Operations Command (SOCOM) des Pentagon könnte Stealth-Waffen doch bereits besitzen und benutzen. Die Technologie ist nicht wirklich neu. Geschosse mit Unterschallgeschwindigkeit gibt es schon seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, sie eigneten sich bislang aber nur für den Einsatz in kleinkalibrigen Waffen, z. B. in 9-mm-Pistolen. Als Munition für die klassischen großkalibrigen Kriegsgewehre können sie nicht verwendet werden. Es geht nicht nur um die eventuell geringere Durchschlagskraft, bei langsameren Geschossen leiden auch Treffsicherheit und Reichweite. Das Geschoss muss schwerer sein, und es darf nicht zu viel Schießpulver verwendet werden. Diese Nachteile will man im Pentagon offenbar durch die Entwicklung neuartiger Munition überwinden, für deren Herstellung anstelle von Messing oder Stahl moderne Polymer-Werkstoffe verwendet werden.

Quelle: Matrix3000 Band 73