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28.02.2013 08:58 Alter: 10 yrs
Kategorie: Politik

Das Windsor-Summen


Professor Colin Novak von der Universität Windsor und sein Team haben bereits begonnen, Messgeräte zu installieren, um die Ursache des Brummtons zu klären. Foto: Sarah Hulett / Michigan Radio

Bei dieser Nachricht geht es nicht etwa um die neuesten Gerüchte aus dem Buckingham Palace, sondern um eine neu aufgetretene Brummtonfrequenz, die seit etwa zwei Jahren die Bevölkerung der kanadischen Stadt Windsor belästigt. Die Stadt mit etwas mehr als 200.000 Einwohnern liegt im Bundesstaat Ontario, ganz in der Nähe der US-Metropole Detroit, einem der Zentren der amerikanischen Autoindustrie. Ähnliche Brummtöne unbekannten Ursprungs waren bereits in früheren Jahren aus der Kleinstadt Taos in New Mexico, aber auch aus der Region rund um Stuttgart bekannt geworden. In diesen früheren Fällen hatte es niemals ernsthafte Bemühungen der Behörden gegeben, den Ursachen der nervtötenden Töne wirklich auf den Grund zu gehen. Vielmehr hatten die Betroffenen Mühe, mit ihren Beschwerden überhaupt von Politikern, Presse und Medien ernst genommen zu werden. Dies scheint jetzt in Kanada anders zu sein. Die Regierung in Ottawa hat den Universitäten von Windsor und Western Ontario insgesamt 60.000 Dollar zur Verfügung gestellt, um mögliche Ursachen des Windsor- Summens zu finden. Und nicht nur das. Wie Bob Dechert, der Parlamentarische Staatssekretär des kanadischen Außenministeriums, erklärte, „versuchen wir nicht nur die Quelle zu lokalisieren, sondern auch zu verstehen, wie es [das Geräusch, Anm. d. Red.] die Lebensqualität der Menschen in dieser Region beeinträchtigen kann.“ Einige Bewohner von Windsor waren von der Belästigung bereits so genervt, dass sie ihre Häuser verkauft haben und weggezogen sind.

„Das ist kein eingebildetes Problem,“, so Stadtrat Drew Dilkens, „sondern ein Problem, das gründliche wissenschaftliche Datenerhebung erfordert. Die Daten werden die Quelle des Summens lokalisieren, so dass eine geeignete Lösung gefunden werden kann.“ Inwieweit die bereitgestellten 60.000 Dollar ausreichen werden, um die Ursachen des Phänomens wirklich zu klären, bleibt allerdings dahingestellt. Ebenso ist es fraglich, ob die neue Untersuchung überhaupt eine Chance hat, erfolgreich zu sein. Eine bereits früher durchgeführte Studie hatte den Verdacht ausgesprochen, das Summen könne von Zug Island kommen, einer kleinen Insel im Ontario-River auf der US-Seite der Grenze. Obwohl diese Insel nur 2,41 Quadratkilometer groß ist, gibt es auf ihr außergewöhnlich viele Industrieanlagen. Die Insel ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, Kameras sind verboten. Was wirklich auf Zug Island vor sich geht, weiß daher niemand so genau.

Quelle: Matrix3000 Band 74