< Waren Dinosaurier und Menschen Zeitgenossen?
29.08.2013 10:33 Alter: 9 yrs
Kategorie: Politik

Russische Agenten müssen wieder Maschine tippen


Eine Zeitlang konnte sich Russlands Präsident Putin als Verteidiger der Menschenrechte international profilieren, indem er Edward Snowden Asyl gewährte, während er gleichzeitig Oppositionelle im eigenen Land zu Lagerhaft verurteilen lässt. Doch der Fall Snowden zog auch in Russland weitere Kreise. Die Enthüllungen des Whistleblowers haben nämlich auch die russischen Behörden alarmiert. Um unerwünschte „PRISM“-Lauscher auszutricksen, hat der russische Geheimdienst FSO jetzt wieder mechanische Schreibmaschinen für seine Mitarbeiter bestellt. Offenbar in großem Stil, denn es wurden dafür 11.500 USDollar zur Verfügung gestellt. Die Maschinen sollen in Deutschland bestellt werden, wo das Modell Triumph-Adler Twen 180 für nur 130 € zu haben ist. Wie ein Sprecher des FSO mitteilte, kämen klassische Schreibmaschinen auch beim russischen Verteidigungsministerium sowie beim Ministerium für Katastrophenschutz wieder zum Einsatz. Papier sei eben sicherer als digitale Datenverarbeitung.

Dies gilt übrigens nicht nur für die Abhörsicherheit. Im Gegensatz zum Internet, wo Texte sich weitgehend anonym ausbreiten, kann man bei einem maschinengetippten Text aufgrund individueller Charakteristiken im Nachhinein feststellen, auf welcher Maschine er geschrieben wurde, was wiederum Hinweise auf den Verfasser liefern kann. Außerdem ist es weitaus schwieriger, Geheimdokumente, die vielleicht Tausende von Seiten umfassen, auf Papier außer Landes zu schaffen, als sie in Form eines PDF-Dateianhanges von nur einigen wenigen Megabyte per E-Mail zu versenden.

Die „Abhörsicherheit“ von Schreibmaschinen gilt übrigens nur begrenzt. Bei vielen Modellen kann man z. B. durch Entwenden eines benutzten Farbbandes im Nachhinein noch weitgehend die Texte rekonstruieren, die auf der Maschine geschrieben wurden.

Quelle: Matrix3000 Band 77