04/25/2013 09:09

Gottes Banker

Category: Politik
By: Sebastian Frey

Scheiterte Benedikt XVI. in Wahrheit an seinem Machtkampf mit der Vatikanbank?

Selbst der Himmel schien sein Missfallen ausdrücken zu wollen. Unmittelbar nach der Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI. schlug mitten in der Kuppel des Petersdoms ein Blitz ein, direkt vor den Kameras der Weltpresse. Am Ende seines eher unauffälligen Pontifikats hatte der Deutsche auf dem Stuhl Petri doch noch Geschichte gemacht. Seit den unruhigen Tagen des Mittelalters mit seinen Päpsten und Gegenpäpsten, genauer seit Coelestin V. Ende des 13. Jahrhunderts, war kein Pontifex mehr zu Lebzeiten aus dem Amt geschieden. Aus Altersgründen habe sich Benedikt zu diesem Schritt entschlossen, so hieß es offiziell. Der 86jährige Pontifex sei geistig und körperlich nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Vatikankenner, die den deutschen Ex-Papst noch in diesem Jahr getroffen hatten, bestreiten dies. Natürlich sei Benedikt sichtlich gealtert, doch sein körperlicher Zustand sei nicht im Entferntesten so kritisch wie bei seinem Vorgänger Johannes Paul II. am Ende seines Lebens. Vor allem auch geistig sei Benedikt nach wie vor frisch und vital. Die in Lateinisch abgefasste Rücktrittserklärung sei falsch übersetzt worden. Da heißt es nämlich, nicht „geistig“, sondern „seelisch“ habe sich Benedikt nicht mehr in der Lage gesehen, sein Amt auszuüben. Im Klartext bedeutet dies, er war nicht mehr bereit, für bestimmte Vorgänge im Vatikan die Verantwortung zu übernehmen. Im Blickpunkt dieser Interpretation stehen „Gottes Banker“ – die Manager der Vatikanbank.

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Quelle: Matrix3000 Band 75

 

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