04/25/2013 10:08

USA horten Pockenimpfstoffe

Category: Gesundheit

Die Pocken gelten weltweit als ausgerottet. Seit 1977 sind keine Erkrankungsfälle mehr vorgekommen. Doch letzte Restbestände lebender, infektiöser Pockenerreger lagern noch in speziell ausgerüsteten Biolaboren in den USA und Russland.

Nun ist bekannt geworden, dass die USA in großem Stil Pockenmedikamente anschaffen und für den Fall einer Epidemie einlagern wollen. 463 Millionen Dollar sind dafür zur Verfügung gestellt worden. Offiziell heißt es, die USA sollen damit in die Lage versetzt werden, einem Biowaffenangriff entgegenzutreten. Bei den angeschafften Medikamenten handelt es sich um 200 Millionen Dosen des bekannten Präparats Arestvyr (ST-246). Es kann sich also nicht nur um eine Vorsorgemaßnahme für einen begrenzten Ausbruch handeln.

Nach dem 11. September 2001 hatten die USA bereits 300 Millionen Dosen Pockenimpfstoffe eingelagert. Bei Arestvyr dagegen handelt es sich um ein antivirales Medikament, um bereits eingetretene Krankheitsfälle zu behandeln. Da es seit fast 40 Jahren keine menschlichen Krankheitsfälle mehr gibt, ist das Produkt nie an Menschen getestet worden. Das Medikament ist nur für den Katastropheneinsatz zugelassen.

In den Vereinigten Staaten herrscht allgemein Unverständnis darüber, wozu diese zusätzliche Maßnahme gut sein soll. Angesichts der zweiwöchigen Inkubationszeit der Pocken und einer weiteren Frist von fünf Tagen nach der Erkrankung, bis ein Betroffener infektiös wird, hätten die Gesundheitsbehörden im Fall eines Ausbruchs der Krankheit genügend Zeit zu reagieren. Ferner ist eine schnelle Ausbreitung einer Epidemie kaum zu befürchten, da die Erkrankten nicht mehr in der Lage sind, aus dem Haus zu gehen und andere Menschen anzustecken, sobald sie infektiös sind. Die Ansteckungsgefahr in Fabriken oder Schulen ist also nahe Null. Der Kommentator der New York Times mutmaßt, die Herstellerfirma von Arestvyr mache hier lediglich ein Geschäft mit der Angst. Oder bereiten sich die US-Behörden auf etwas vor, wovon noch niemand etwas weiß?