08/30/2018 17:03

Italiens Innenminister „lobt“ Libyens Küstenwache

Category: Politik

Sammellager für abgeschobene Bootsflüchtlinge in Nordafrika - das ist ein Teil des Deals, den Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den EU-Partnerländern verabredet hat, um im eigenen Land die Rebellen von der CSU um Horst Seehofer unter Kontrolle zu bringen. Übrigens ganz nach Kolonialherrenart, ohne eines dieser Länder zu fragen. Die meisten haben die Einrichtung weiterer Lager auf ihrem Staatsgebiet inzwischen abgelehnt.

Europas Staats- und Regierungschefs verlegten sich auf die bewährte Politikertugend des Wegschauens. Internationale Menschenrechtsorganisationen lieferten alarmierende Berichte, welche Zustände in nordafrikanischen Flüchtlingslagern herrschen, die es ja dort längst gibt. In Libyen zum Beispiel verschwinden Menschen aus den Flüchtlings- Sammellagern immer wieder spurlos und landen kurz darauf auf Sklavenmärkten, die ganz ungeniert und ungehindert abgehalten werden - zum Teil in Sichtweite der Hauptstadt Tripolis.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini dagegen sprach der libyschen Küstenwache ein Lob aus. Sie leiste „exzellente Arbeit“ bei der „Rettung“ von Migranten aus Seenot. Er „als Minister und Vater“ danke ihnen dafür. Als wüsste er nicht, dass Libyens Küstenwache nachweisbar mit staatlichen Folterern und Lösegelderpressern sowie mit Sklavenhändlern zusammenarbeitet.

Der menschenverachtende Zynismus kennt keine Grenzen. Ein schockierendes Video dokumentiert,dass die libysche Küstenwache bei ihren „Rettungsmissionen“ auch Menschen zum Sterben im Meer zurücklässt. Offenbar ist Salvini das slles egal, der ja Flüchtlinge schon mal als „Menschenfleisch“ bezeichnet hat.

In Algerien werden aus Europa zurückgeschickte Flüchtlinge mit Lastwagen und Jeeps gewaltsam in die Sahara abtransportiert, wo man sie ohne Essen, Wasser und Mobiltelefone aussetzt, nur mit dem höhnischen Hinweis: „Die Grenze (zum Nachbarland Niger) ist da hinten in dieser Richtung.“

Nur wenige überleben den höllischen Marsch durch die Wüste und können hinterher die Weltöffentlichkeit darüber informieren.

Wenn also EU-Haushaltskommissar Oettinger (CDU) Milliardenzahlungen für ein Abkommen mit einem „geeigneten Vertragspartner“ ankündigt, um die Menschen unter „guten Bedingungen“ unterzubringen, dann ist das pure Heuchelei. Ein Land Nordafrikas kann er wohl kaum als „geeignet“ im Sinn gehabt haben.

Quelle: Matrix3000 Band 107