03/25/2019 09:18

Das zynische Geschäft mit den Kindern

Category: Politik

Die gleichen Kreise, die so lauthals „America first“ schreien, sind im Grunde an einer Änderung des derzeitigen Status Quo (oder dem Bau einer Mauer) gar nicht interessiert. Die Internierung von Tausenden Flüchtlingskindern ist nämlich vor

Die erschütternden Berichte gingen Ende 2018 durch die Weltpresse. In den Internierungslagern, in denen Donald Trumps Grenzschützer Flüchtlingskinder einsperren, war es zu ersten Todesfällen gekommen.

Da war zunächst ein kleines Mädchen aus Guatemala an Dehydrierung gestorben, obwohl ihr Vater explizit darauf hingewiesen hatte, dass die Kleine am Ende des langen Fußmarsches längere Zeit nichts zu trinken bekommen hatte. Doch offenbar dienen die Lager nur - ihrem Namen entsprechend - zur „Lagerung“ von Menschen, ohne Verpflichtung, sich um sie zu kümmern. Und den Vater hatte man ja längst von der Tochter getrennt. Wenig später war das Kind tot.

Kurz darauf klagte ein internierter Junge über Krankheitssymptome. Man brachte ihn in ein Krankenhaus, wo man ihn mit der Diagnose „nur Erkältung“ gleich wieder zurückschickte. Der Junge hatte eine schwere Influenza, an der er wenig später starb.

Nachdem die erste Empörung gegen die Inhaftierung von Kindern, getrennt von ihren Eltern, erst einmal verpufft war, dachte kaum noch jemand daran, dass die unmenschlichen Praktiken an den Grenzkontrollstellen in Texas, New Mexico und Arizona - entgegen Trumps Versprechen - weitergehen. Anfang 2019 war eine Rekordzahl von 14.000 Minderjährigen interniert. Häufig geschieht es sogar, dass die Eltern dieser Kinder längst auf freiem Fuß sind und irgendwo in den USA auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warten. Was haben die Kinder verbrochen, dass man sie selbst dann nicht zu ihren Eltern lässt? Juristisch tragfähige Gründe dafür gibt es nicht, wohl aber finanzielle...

Und damit zum wohl größten Skandal. Da die bereitstehenden Lager längst überfüllt sind, behilft man sich mit leerstehenden Supermärkten und Bürogebäuden, in denen die Kinder ohne Betten untergebracht werden. Oder man errichtete provisorische Zeltstädte. Geeignet für 400 Kinder, aber überbelegt mit mehreren Tausend. Diese zusätzlichen Lager stehen unter Kontrolle privater Betreiber, die dem amerikanischen Steuerzahler pro Nacht und Kind bis zu 780 Dollar in Rechnung stellen. Ein stolzer Preis, wenn man ihn mit gängigen Hotelzimmerpreisen vergleicht. Für das gleiche Geld kann man im Berliner Luxushotel Adlon locker eine 60 Quadratmeter große Executive Suite buchen!

Derartige Wucherpreise lässt Donald Trump klaglos an die Betreiberfirmen überweisen, obwohl die Kinder in den primitiven Lagern auf engstem Raum zusammengepfercht sind und zuweilen sogar an ihre Betten gefesselt werden. Um sie ruhigzustellen, behandelt man sie mit Injektionen von Psycho-Medikamenten. Abgesehen von den bekannt gewordenen Todesfällen wurde auch bereits über sexuellen Missbrauch an den hilflosen Kindern berichtet.

Doch damit ist die Gier der zynischen Flüchtlingslager-Geschäftemacher noch lange nicht befriedigt. Es wurde berichtet, dass zahlreiche Kinder sogar zur Adoption freigegeben wurden - gegen entsprechende Zahlungen, versteht sich. Und das, obwohl sich die Eltern der betroffenen Kinder oft längst in den USA befinden, wo ihr Aufenthaltsort bekannt ist. Diese Eltern würden ihre Kinder nur allzu gern schnellstens zurückbekommen.

Und wie läuft das ab? Eine Mutter aus Honduras berichtete, ihr sei an der Grenze ihr Säugling weggenommen worden, während sie ihn stillte. Später hätte sie ihn zwar wiederbekommen, allerdings war es ein ganz anderes Kind. Aber in dem Alter sehen die ja alle gleich aus, was spielt das schon für eine Rolle. Menschen als Handelsware!

Skandalöse Zustände, wie ein texanischer Richter schimpfte. Ein „normaler“ Inhaftierter in den USA erhält über jeden Cent, den man ihm abnimmt, eine Quittung. Die Flüchtlingseltern bekommen kein Papier über die von ihnen getrennten Kinder. Viele Kinder sind auch immer noch in Grenzlagern interniert, obwohl ihre Eltern längst in ihre Heimat abgeschoben wurden. Da für die Betreuung von Kindern andere Behörden zuständig sind als für Erwachsene, kommen hier auch Inkompetenz und Schlamperei ins Spiel.

Warum tut ein Land so etwas, in dessen Verfassung steht, dass alle Menschen gleich erschaffen sind? Es geht um zweierlei. Erstens Abschreckung. Die pauschale Kriminalisierung von Migranten durch den US-Präsidenten soll fühlbar sein. Zweitens aber geht es auch ums Geschäft. Wenn Eltern oder Verwandte ein Kind freibekommen wollen, bauen die Behörden immer neue Hürden auf - Identitätsprüfungen mit Gentests und Fingerabdrücken etc. Nur, damit die zynischen Kinderverwerter länger kassieren können. Allein das texanische Lager Tornillo kostet den Steuerzahler 100 Millionen Dollar - pro Monat!

Quelle: Matrix3000 Band 110

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