03/25/2019 09:49

D. B. Cooper - Cold Case des FBI

Category: Mystery

D. B. Cooper (Phantomzeichnung)

Der Fall D. B. Cooper – der einzige Fall einer Flugzeugentführung, der beim FBI als ungeklärt geführt wird, genießt in den USA heute einen gewissen Kultstatus. Neben den regulären Strafverfolgungsbehörden beschäftigen sich zahllose Amateurdetektive mit dem geheimnisvollen Hijacker, von dem bis heute niemand weiß, wer er war, und der nach der Entführung spurlos verschwand. Am 47. Jahrestag des Falles im November 2018 wurde in Portland sogar ein Kongress namens „Coopercon“ zum Austausch neuer Erkenntnisse abgehalten.

Am 24. November 1971, dem Vorabend von Thanksgiving, bestieg ein Passagier unter dem Namen Dan Cooper eine Boeing 727-051 der Northwest Orient Airlines von Portland (Oregon) nach Seattle. Kurz nach dem Start rief er eine Stewardess zu sich und übergab ihr einen Brief, worin stand, dass er in seiner Aktentasche eine Bombe habe und sie sich neben ihn setzen solle. Er forderte, das Flugzeug in Seattle zu landen, wo er die Insassen mit Ausnahme der Crew freizulassen versprach. Dafür müssten 200.000 Dollar in bar sowie vier Fallschirme an Bord gebracht werden, worauf das Flugzeug nach dem Auftanken wieder starten sollte. Man erfüllte seine Forderungen, und er ließ die Passagiere tatsächlich frei. Nach dem Start ließ er die Maschine nur auf eine Höhe von 10.000 Fuß steigen, mit ausgefahrenem Fahrwerk und 15 Grad ausgefahrenen Landeklappen, Kurs auf Mexiko, wo er jedoch gar nicht hinwollte. Irgendwann ging Cooper nach hinten, öffnete die hintere Treppe des Flugzeuges und sprang mit dem Fallschirm ab. Da die Wetterbedingungen äußerst schlecht waren – starker Gegenwind um 320 km/h und heftiger Regen – hatte das Militär die gekidnappte Maschine nicht von Kampfjets eskortieren lassen können.

Vom Moment des Absprungs an wurde Cooper nie wieder gesehen. Er hatte an Bord keinerlei verwertbare Spuren hinterlassen. Bis heute existiert von ihm nur ein Phantombild, seine Identität ist ungeklärt. Die Absprungstelle wurde später ungefähr in der Nähe des Lewis River im US-Staat Washington lokalisiert. Dort wurde auch ein Stück der hinteren Treppe gefunden, das bei Coopers Absprung abgebrochen war. 1980 fand ein Junge bei einem Ausflug am Columbia River nahe Vancouver (Kanada) ein Bündel Geldscheine, insgesamt 5800 Dollar, deren Seriennummern dem Lösegeld zugeordnet werden konnten. Der Rest wurde nie gefunden, d. h. selbst wenn Cooper noch leben sollte, hat er nie einen Cent davon ausgegeben. Fachleute vermuten, der Mann sei bei dem Absprung ums Leben gekommen. Er sei offensichtlich ein Amateur gewesen, einen Absprung bei derart schlechtem Wetter und in normaler Straßenkleidung (Anzug, Trenchcoat) zu wagen. Doch weder Coopers Leiche noch die Fallschirme wurden bei den Suchaktionen je gefunden.

Quelle: Matrix3000 Band 110

Matrix3000 Band 110 als E-Paper-Download