03/28/2013 11:38

Können HIV-Viren Leukämie heilen?

Category: Gesundheit

Emily Whitehead während und nach der Behandlung.

Eine spektakuläre Meldung kommt aus den USA. Mit Hilfe von HIV-Viren, die in der Öffentlichkeit als Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS propagiert werden, haben Ärzte eines Kinderkrankenhauses in Philadelphia angeblich ein siebenjähriges Mädchen von Leukämie geheilt.

Emily Whitehead war an akuter Lymphatischer Leukämie erkrankt, einer besonders schweren und aggressiven Form des Blutkrebses. Nachdem herkömmliche Chemotherapien bei ihr nicht angeschlagen hatten, griffen die Ärzte zu einer neuen Methode, die zuvor erst an wenigen Menschen erprobt worden war. Sie verwendeten eine deaktivierte Form des HIV-Virus, um im Labor die körpereigenen T-Zellen des Immunsystems des Mädchens genetisch zu verändern und anschließend wieder in den Körper einzusetzen. Dadurch wurde das Immunsystem des Kindes so gestärkt, dass es die Leukämie erfolgreich bekämpfen konnte. Noch nach Monaten war Emilys Körper vollkommen frei von Krebszellen. Es seien keine Spuren der Krankheit mehr erkennbar.

Die Ärzte warnen allerdings im Zusammenhang mit dem spektakulären Erfolg vor zu viel Euphorie. Die Behandlung habe schwere Nebenwirkungen gehabt. Die veränderten T-Zellen hätten die Konzentration eines bestimmten Proteins im Körper stark erhöht. Dadurch sei Emily schwer krank geworden und musste auf der Intensivstation behandelt werden. Erst der Einsatz eines zusätzlichen Medikaments, das die Produktion dieses Proteins stoppte, konnte dem Kind helfen.

Emily Whitehead ist inzwischen wieder zu Hause, kann die Schule besuchen und Sport treiben. Ob sie dauerhaft geheilt ist, kann erst die Zukunft zeigen. Bei einem anderen Kind soll es nach einiger Zeit doch zu einem Rückfall gekommen sein. Die neue Methode wurde insgesamt erst an zwölf Menschen erprobt und verlief in neun Fällen positiv.

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2013