12/20/2018 11:13

Darf der Mensch andere Lebensformen gezielt ausrotten?

Category: Wissen

Gen-Engineering ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass es möglich ist, wildlebende Tier-oder Pflanzenarten unter Umgehung der natürlichen Vererbung und Evolution zu modifizieren, ihre Lebensdauer herabzusetzen oder sie gar auszurotten. Man setzt hierfür genmanipulierte Exemplare der gewünschten Art in ihrem natürlichen Lebensraum frei und lässt sie sich ausbreiten - weit über die Grenzen des Verursacherlandes hinaus. Wer soll darüber entscheiden dürfen, ob so etwas zulässig ist?

Wissenschaftsorganisationen, darunter die US-Akademie der Wissenschaften und der Nachhaltigkeitsrat von Neuseeland, fordern internationale Abkommen unter Kontrolle der UN-Konvention für Biodiversität. Die Freisetzung genmanipulierter Lebensformen soll nur erlaubt sein, wenn sämtliche Staaten, die davon betroffen sein könnten, dem zugestimmt hätten. Damit soll u. a. vermieden werden, dass einem Land aus politischen oder militärischen Gründen z. B. eine Nahrungsquelle entzogen wird. Dies würde die katastrophale Wirkung von „Agent Orange“ im Vietnamkrieg bei weitem übertreffen.

Die Technologie ist noch hochgradig experimentell, und Nebenwirkungen sind nicht abzusehen. Die derzeitige Situation gleicht einem „Wildwest-Szenario“ einseitiger Maßnahmen von Staaten ohne ordnungsgemäße Abschätzung von Risiken und Alternativen. Es ist - so die besorgten Wissenschaftler - keine Zeit zu verlieren, da bereits Genmanipulationen zur Eindämmung der Ausbreitung von Mäusen und Stechmücken „vielversprechende Fortschritte zeigen.“

Quelle: Matrix3000 Band 109

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