12/20/2018 11:15

Ranking: „Verbotene Wissenschaft“

Category: Wissen

Den Begriff „Verbotene Wissenschaft“ benutzt man gewöhnlich, wenn unkonventionelle Erklärungsmodelle für mysteriöse Rätsel unserer Erde von Wissenschaftlern vorschnell abgelehnt werden. Was sie statt dessen als „vernünftige Erklärungen“ anbieten, gehört allerdings zuweilen auch „verboten“; ebenso manche Projekte, die von Forschungsinstituten verfolgt werden...

Platz 1: Das Osterinsel- Rätsel

Dringender Rat an unsere Leser – werden Sie misstrauisch, wenn Sie in der Presse eine Überschrift lesen, wonach „das Rätsel XXX endlich gelöst“ sei. Wenn Sie gut in Algebra sind, können Sie z. B. die drei X‘e durch das Wort „Osterinsel“ ersetzen und erhalten eine wahrhaft augenöffnende Meldung vom Oktober 2018.

Da behaupteten nämlich Wissenschaftler, das Rätsel der berühmten großen Steinfiguren „endlich gelöst“ zu haben, von denen bislang niemand wusste, zu welchem Zweck die Insulaner einst so viele tonnenschwere Steinfiguren errichtet hatten. Dieses Mysterium bot lange Zeit Raum für allerlei Spekulationen, die von zahlreichen Autoren in grenzwissenschaftlichen Büchern vorgestellt wurden. Damit soll es nun vorbei sein. In Wahrheit seien die Osterinselfiguren – so die Forscher – lediglich Wegweiser zu Trinkwasser gewesen. In der Tat ist die Osterinsel arm an trinkbarem Süßwasser, und wie man bei Feldstudien feststellte, befinden sich die besten unterirdischen Quellen dort, wo es große Felsen gibt…

So ein Unsinn sollte eigentlich auch des konservativsten Wissenschaftlers unwürdig sein. Fakt ist – die Figuren wurden nicht an dem Ort errichtet, woher das Felsmaterial stammte. Die tonnenschweren Skulpturen wurden kilometerweit zum jetzigen Standort gewuchtet. Wenn die Felsblöcke also tatsächlich auf Osterinsulaner sie gerade von dort weggeschleppt. Aber bestimmt finden die Wissenschaftler auch noch dafür eine plausible Erklärung, wie das angebliche unterirdische Wasser – schnuppdiwupp – hinterhergeplätschert ist.

Diese „Lösung des Rätsels“ reiht sich nahtlos ein in andere „vernünftige“ Erklärungen für mysteriöse Rätsel auf der Erde, die uns früher von Wissenschaftlern präsentiert wurden. Waren da nicht schon mal Kornkreise durch kopulierende Igel erzeugt worden? UFO-Lichterscheinungen sollten angeblich Spiegelungen von Straßenlaternen im Gefieder von Vögeln gewesen sein. Solche „Wissenschaft“ sollte tatsächlich verboten werden. Wenn wir ein Ranking aufstellen wollen – eindeutig Platz 1.

Platz 2: Spannende Rosen

Aber bekanntlich beschäftigen sich Wissenschaftler nicht nur damit, die Theorien grenzwissenschaftlicher Autoren in Abrede zu stellen. Manche von ihnen befassen sich tagtäglich mit anderen Dingen, die eigentlich auch verboten gehören (und deshalb nicht an die große Glocke gehängt werden). Forscher an der Universität Linköping (Schweden) haben Rosen an elektrische Drähte angeschlossen und unter Strom gesetzt. Sie stellten fest, dass die Blumen wie ein elektrischer Kondensator Energie speichern können. Genug, so heißt es, um damit Sensoren und andere kleinere elektronische Geräte betreiben zu können. Wen das Ganze an die Kartoffelbatterie von Professor Proton aus der „Big Bang Theory“ erinnert, liegt gar nicht so falsch. Nur dort war es ein Gag… Hier geht es um Forschungen, die Universitätswissenschaftler auf Staatskosten betreiben.

Muss man wirklich auch noch die Königin der Blumen für unseren unstillbaren Hunger auf immer mehr Energie missbrauchen? Hat sich jemand mal gefragt, was die Rose dabei fühlt? (Siehe hierzu unseren Artikel „Die Intelligenz der Pflanzen“ aus dieser Ausgabe) In unserem heutigen Ranking von Wissenschaft, die verboten gehört, ein guter zweiter Platz.

Platz 3: Elon Musk und das Weltraum-Internet

Platz 3 geht an Elon Musk, von dessen schrägen Ideen unsere Leser schon einiges kennen. Jetzt will er mit Hilfe seiner Firma SpaceX das Internet in den Weltraum verlegen: Online-Befehle werden zunächst vom Standort des Nutzers an den nächstgelegenen Satelliten per Radiowelle geleitet. Von da an geht es kaskadenartig von einem zum nächsten Satelliten per Laserstrahl weiter, bis man eine Sonde über dem Zielort erreicht hat, die das Signal dann wieder zur Erde schießt. Trotz des gewaltigen Umwegs über den Orbit soll die Übertragung rund zwei Mal schneller sein als die schnellsten terrestrischen Glasfaserleitungen, da die Lichtgeschwindigkeit in Glas kleiner als im Vakuum ist.

Nun ist für die meisten von uns das klassische Internet schnell genug, und Satelliten sind schweineteuer (etwa 4000 davon würde man brauchen). Wer könnte solch einen Internet-Anschluss bezahlen? Die großen Banken natürlich. Und genau die sind es, die den Speed- Faktor zwei gebrauchen könnten für ihre Hochfrequenz-Börsengeschäfte. Dabei macht man Millionengewinne durch Ausnutzung von Mikro-Kursschwankungen innerhalb von Millisekunden. Dass der stets chronisch klamme Elon Musk für sein Projekt also Kredite bekommt, scheint sicher. Und dass der Normalbürger das am Ende nicht mehr bezahlen könnte – wen stört’s?

Quelle: Matrix3000 Band 109

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