03/28/2013 12:01

"Emotionsarchitektur" im Krankenhaus

Category: Gesundheit

Emoticons bei miafamilia (Foto: Frank Roesner)

Ins Krankenhaus zu müssen, ist für niemand besonders angenehm. Doch dann, nach der Einweisung, sorgt die meist nüchterne und sterile Atmosphäre dafür, dass sich der Patient oft ausgeliefert vorkommt, anstatt ein Gefühl der Geborgenheit zu entwickeln, an einem Ort zu sein, an dem ihm geholfen werden soll.

Dem wird jetzt in einigen bemerkenswerten Projekten mit Hilfe von „Emotionsarchitektur“ entgegengewirkt. Im Vordergrund steht dabei vor allem, den Klinikaufenthalt für Kinder angenehmer zu gestalten.

So gibt es z. B. im Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin einen Raum, der „Elises Insel“ genannt wird. Dort treffen die kleinen Patienten auf Prinzessin Elise, die den Kindern hilft, sich in der Phantasie an einen Rückzugsort abseits des Alltäglichen zurückzuziehen. Gleichzeitig gibt sie den Kindern das Gefühl, dass sie als „gute Fee“ über die jungen Patienten wacht. Ähnlich ist das Konzept der Privatklinik Littenheid in der Schweiz. Dort gibt es eine ganze Burg als angstfreien, sicheren Rückzugsort, die vom Drachen Lino bewacht wird. Lino selbst bleibt dabei im Hintergrund und schickt nur seine Freunde Dipsta, Elysee, Calibri, Alfa und Betha als Schutzpatrone auf die Stationen, auf denen die Kinder liegen. Die Figuren sind liebevoll mit Details und Farben gestaltet und haben auch eine erfahrbare Lebensgeschichte. So ist z. B. Elysee die „rote Kriegerin“, die schon schlimme Erfahrungen hinter sich gebracht hat und daher als Identifikationsfi gur für besonders ängstliche kleine Patienten dienen kann.

In der sozialpsychiatrischen Praxis miafamilia in Berlin fi ndet man zahlreiche „Emoticons“ an den Wänden, wie man sie auch aus dem Internet kennt („Smilies“) und die eine ganze Palette von Gefühlszuständen repräsentieren, die dann im therapeutischen Gespräch weiter bearbeitet werden können.

Quelle: Dan Pearlman Architektur, Berlin

zitiert aus Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2013