04/25/2013 10:47

Epigenetik

Category: Wissen
By: Arthur Janov

Die Vererbung erworbener Merkmale

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Genotyp (eine genetische Prädisposition) sich in vielen verschiedenen Phänotypen (äußeren Erscheinungsbildern) ausprägen kann, je nachdem, was während der Schwangerschaft mit den Genen geschieht. Was wir für ererbt halten, setzt sich aus genetischen Faktoren und vorgeburtlichen Ereignissen zusammen. In meinen ersten Jahren als Therapeut war ich erstaunt, als Langzeitpatienten berichteten, dass ihre Weisheitszähne nachwuchsen. Heute ist mir klar, dass sie auf dem Weg zum Erreichen ihres genetischen Ziels durch Verdrängung behindert worden waren.

Wie lassen sich epigenetische Einflüsse nachweisen? Und wie funktionieren sie? Epigenetische Veränderungen finden in einer Phase statt, in der sich das Gehirn des Fötus schnell entwickelt. Damit die Entwicklung so verläuft, wie sie vorgesehen ist, sind die richtigen neuronalen Impulse nötig. Werden Impulse von der Mutter nicht erfolgreich integriert, kann das Kind später vielleicht nicht zusammenhängend denken oder sich schlecht konzentrieren. Diese Menschen vertragen kein hohes Maß an Außenreizen, weil ihr innerer Input so hoch ist. Äußere Anforderungen, die viele Menschen als stressbelastet empfinden würden - zwei gleichzeitig zu erledigende Aufgaben, ein Vorstellungsgespräch, ein Umzug in eine neue Stadt - würden sie schlichtweg überwältigen.

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Quelle: Matrix3000 Band 75

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Dr. Arthur Janov, renommierter Psychologe und Bestsellerautor, erforscht seit Jahrzehnten die Auswirkungen pränataler Einflüsse. Sie sind Gegenstand der von ihm entwickelten Primärtherapie. In seinem Buch „Vorgeburtliches Bewusstsein“ weist er nach, wie sehr die Zeit im Mutterleib, die Geburt und die ersten Lebensmonate unser ganzes Leben prägen. Diese Phasen können sogar Einfluss auf genetisch bedingte Faktoren nehmen – ein Zusammenhang, den man als Epigenetik bezeichnet. gf