08/28/2014 18:44

„Kollateralschaden“? Frau stirbt nach Stromabschaltung

Category: Gesellschaft

Eine erschütternde Nachricht kommt aus Griechenland. Dort wurde im Juli 2014 einer 56jährigen Frau vom örtlichen Energieversorger der Strom abgeschaltet. Heute leider kein Einzelfall mehr, wo die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Grundbedürfnissen des täglichen Bedarfs in erster Linie profitabel zu sein hat.

In diesem Fall endete die Stromabschaltung tragisch. Der vom Energieversorger mit der Abschaltung beauftragte „Subunternehmer“ machte sich nicht die Mühe, sich davon zu überzeugen, dass die gelähmte und hilflose Frau auf ein Beatmungsgerät angewiesen war. Ihre Betreuerin hatte an jenem Vormittag frei. Etwa eine Stunde nach der Stromabschaltung waren die Notbatterien verbraucht, die Frau erstickte qualvoll.

Der Anlass für die entsetzliche Aktion war im Grunde eine Bagatelle - offene Rechnungen über ca. 800 Euro. Die Frau hatte sich mit dem Stromanbieter auf eine Ratenzahlung geeinigt. Der Vorgang war jedoch beim Anbieter verloren gegangen. Zusätzlich, so rechtfertigt sich das Unternehmen, sei der Anschluss auf einen anderen Namen angemeldet gewesen, evtl. den eines Verwandten. Es sei daher nicht nachvollziehbar gewesen, dass die Stromversorgung für die Kundin lebenswichtig gewesen sei.

Stromabschaltungen, bei denen häufig mit rigoroser Willkür vorgegangen wird, sind auch in Deutschland an der Tagesordnung. Derzeit geschieht dies in Deutschland jährlich bei rund 600.000 Haushalten. Ein Stromkunde muss selbst dann mit einer Unterbrechung der Versorgung rechnen, wenn er eine Rechnung als unberechtigt angefochten und aus diesem Grunde nicht gezahlt hat (dies ist zumindest in Einzelfällen nachweislich vorgekommen).  

Quelle: Matrix3000 Band 83