11/25/2010 06:58

Öko-Mythen Teil 5: Biotreibstoff ist ein ökologisch sinnvoller Ersatz für Benzin und Öl

Category: Ökologie

Diese These wurde von dem amerikanischen Wissenschaftler Timothy Searchinger von der Princeton University untersucht. Seiner Meinung nach müsste man, um eine große Menge Biotreibstoff zu produzieren, sehr große Areale von Wäldern und Wiesen liquidieren. Und das klingt nicht vielversprechend. In Äthiopien und anderen Ländern Afrikas kaufen oder pachten europäische Konzerne derzeit große Flächen Ackerland, um dort Biodiesel-Plantagen anzulegen. Für die Bevölkerung dieser Länder, deren Anbauflächen hierfür kurzerhand enteignet werden, verschärft sich die Ernährungssituation dramatisch. Biokraftstoffe für umweltbewusste Europäer erweisen sich so als Krisenfaktor für den weltweiten Hunger. (Quelle: ZDF-heute vom 16.10.2010)

Deshalb wurde noch eine zweite Möglichkeit diskutiert: Man nennt sie „Biotreibstoffe der zweiten Generation“. Hier wird der Biotreibstoff aus den nicht essbaren Teilen der Lebensmittelpflanzen produziert (Wurzeln, Blätter, Stängel). Es gibt aber ein Problem bei dieser ökologischen Lösung: Diese Pflanzenteile werden als natürlicher Dünger benutzt. Wenn hier ein Mangel entstehen würde, wäre eine erhöhte Produktion von Kunstdünger notwendig, und die ist schon wieder umweltschädlich. Man hoffte noch auf die Algen. Doch die unbestritten leistungsfähige Produktion von Biotreibstoff aus Algen hat so ihre Tücken: Sie verbraucht sehr viel Wasser und Phosphor. Untersuchungen an der University of Virginia haben bewiesen, dass die Kosten in diesem Fall sowohl ökonomisch als auch ökologisch sehr hoch wären. Vermutlich höher als der Gewinn.

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Natur-Umwelt-Mensch 2010