11/24/2011 21:07

Zeitexperiment 2109

Category: Mystery
By: Ernst Meckelburg

Mysteriöse Computer-Connection überbrückt Jahrhunderte

Wir schreiben das Jahr 1984. Im Hause des englischen Lehrers Ken Webster in Dodleston, nur wenige Kilometer vom traditionsreichen Chester entfernt, treten während Renovierungsarbeiten massive Spukerscheinungen auf. Das romantische Meadow Cottage wurde auf alten Fundamenten errichtet, deren Ursprung weit in die Jahrhunderte zurückreicht. Webster bewohnt es zusammen mit seiner Freundin Debbie Oakes, die offenbar über ein hohes Maß an Medialität verfügt. Möbel bewegen sich, wie von Geisterhand geführt, Werkzeuge verschwinden auf unerklärliche Weise, seltsame Mitteilungen erscheinen auf Fußböden und an Wänden.

Schabernack, Psychokinese oder Manifestationen aus einem anderen Seinsbereich? Dann erscheint mit einem Mal auf der Diskette eines von der Schule ausgeborgten Personal Computers unter „KDN“ (für Ken, Debbie und Nic, eine gerade anwesende Besucherin) ein merkwürdig verstümmeltes „Gedicht“, dessen Inhalt zunächst keinen Sinn ergibt. Als einige Tage danach auf dem Monitor des PC ein erster zusammenhängender Text in altertümlichem Englisch auftaucht, glaubt Webster zunächst, jemand wolle ihm einen Streich spielen:

„I WRYTE ON BEHALF OF MANYE - WOT STRANGE WORDES THOU SPEKE ... THOU ART GOODLY MAN WHO HATH FANCIFUL WOMAN WHO DWEL IN MYNE HOME … WITH LYTES WHICHE DEVYL MAKETH ... ‘TWAS A GREATE CRYME TO HATH BRIBED MYNE HOUSE - L. W.“

Ken las und staunte: „Ich schreibe im Auftrag vieler. Was für seltsame Wörter du gebrauchst. Du bist ein guter Mann, der eine phantasievolle Frau hat. Ihr lebt in meinem Haus, mit Lichtern, die der Teufel macht. Es war ein großes Verbrechen, mein Haus gestohlen zu haben. L. W.“

Im Laufe der Monate entwickelte sich zwischen Webster und einer Persönlichkeit, die sich zunächst Lukas Wainman nannte, eine etwa 300 Mitteilungen (= 2000 Wörter) umfassende, bislang einmalige Zweiweg-Transkommunikation (Senkowski). Die meisten Texte waren nachweislich im Spätmittelenglisch des 14. bis 16. Jahrhunderts abgefaßt. Sie wurden von Websters Kollegen Peter Trinder, einem Altphilologen, sowie von anderen Sprachspezialisten auf ihre Echtheit hin überprüft und als der damaligen Zeitepoche zugehörig eingestuft.  

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Quelle: Matrix3000 Sonderheft Mystery-Welten 2011

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