11/29/2012 07:43

Die Kinder von Roswell

Category: Mystery

Zeitungsbericht über den Roswell-Vorfall von 1947, der später vom Militär dementiert wurde.

Seit über 60 Jahren gehört sie zu den meist erzählten Mystery-Geschichten der Welt – die Story vom UFO-Absturz bei Roswell im Juli 1947. Tausend Mal erzählt, oft dementiert, nie vollständig bewiesen und bis heute ein Mysterium. Dass immer noch neue Fakten zu Roswell auftauchen könnten – kaum vorstellbar. Und doch ist es so. In jüngster Zeit wurde erstmals bekannt, dass der Farmer Mac Brazel nicht allein war, als er auf einer seiner Wiesen die Trümmerteile fand, die von dem abgestürzten UFO stammen sollten. Er wurde begleitet von seinem Sohn Vernon und dem Nachbarjungen Dee Proctor, damals sieben und acht Jahre alt. Zwei spät entdeckte Zeugen, die man leider nicht mehr befragen kann, da sie beide inzwischen tot sind. Die neuen Fakten stützen sich zum größten Teil auf Aussagen von Dee Proctors inzwischen fast hundertjähriger Mutter Loretta. Beide Kinder wurden, ebenso wie Mac Brazel, Verhören durch den Geheimdienst unterzogen, wobei es zu massiven Menschenrechtsverletzungen kam. Ein pensionierter Geheimagent räumte ein, die Kinder seien bei den Verhören misshandelt worden. Beide weigerten sich später lebenslang, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen, und beide konnten ihrer Verwicklung in den Roswell-Fall lebenslang nicht entfliehen. Vernon Brazel wurde aufgrund der Geschichten um seinen Vater von seinen Schulkameraden verspottet. Er verließ das Elternhaus, sobald er alt genug war, und zog den Rest seines Lebens ruhelos durchs Land, nahm einen anderen Namen an und wurde dennoch von der Roswell-Geschichte verfolgt. Er diente als Seemann auf der USS Hassayampa in Pearl Harbor, lebte später in Montana, Kalifornien und Virginia und nahm sich mit Mitte Zwanzig durch einen Schuss in den Kopf das Leben. Nach New Mexico kehrte er nie zurück. Interessanter ist die Lebensgeschichte von Dee Proctor. Er hielt sich zwar auch an das Schweigegelübde, das ihm der Geheimdienst als Kind eingeprügelt hatte, und starb 2006 an einem Herzanfall. Doch unmittelbar nach dem Vorfall in Roswell hatte er mit seiner Mutter und anderen Kindern noch über seine Erlebnisse geredet. Loretta Proctor sagt heute, ihr Sohn sei „traumatisiert“ von der Fundstelle zurückgekehrt, und dieses Trauma habe ihn Zeit seines Lebens verfolgt. Er hatte ihr nie Details erzählt, aber 1994 war er mit ihr zum Absturzort gefahren und hatte ihr eine bestimmte Stelle gezeigt: „Hier war es, wo Mac noch etwas anderes gefunden hatte.“

Was dieses „andere“ war, was ihm so viel Angst machte, nahm Dee Proctor mit ins Grab. Doch 2011 besuchten seine Cousine Kay und Dees Jugendfreund Jules seine Mutter Loretta. Dabei machte Jules eine seltsame Bemerkung über das berühmte Metall von Roswell, das ja ein Formgedächtnis haben sollte: „Eine bestimmte kleine Göre hat etwas davon ihr Leben lang aufbewahrt.“ Das heißt, Dee Proctor war es gelungen, Teile der Trümmer des angeblichen UFOs beiseitezuschaffen, ohne dass das Militär davon wusste. Es ist nicht bekannt, dass er seinen Fund im späteren Leben je gezeigt oder auch nur aus seinem Versteck geholt hätte. Das wäre auch zu riskant gewesen, denn Dee Proctor stand lebenslang unter verschärfter Beobachtung.

Für die Kinder von Roswell wurde ihr Wissen zum Trauma ihres ganzen Lebens. Es ist so, wie der Pfarrer des Armeestützpunkts in Roswell, Kaplan Hankerson, seinen eigenen Kindern bis zum Tode immer wieder sagte: „Zu viel zu wissen kann schlecht sein.“

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Mystery-Welten 2012