11/29/2012 09:06

Rauhnächte

Category: Mystery
By: Ralf Lehnert

Die Unzeit zwischen den Jahren

In früheren Zeiten waren die Menschen noch unmittelbar der Unbill des Winters, seiner Kälte und Dunkelheit ausgeliefert. Die Sonne war fern und konnte sich kaum durchsetzen. Das Leben im Außen zog sich zurück und verlagerte sich nach innen. Es gab keine ablenkende Unterhaltungselektronik, keine Multimedia und auch keine bequeme Zentralheizung. Oft ruhte in dieser Zeit auch die Arbeit, und so war man offen und lauschte in die Stille. Vor diesem Hintergrund traten Geräusche wie das Lodern des Kaminfeuers, das Fegen der Stürme durch die kahlen Baumkronen sowie die Laute der Tiere um so stärker hervor.

Harte und lange Winter bedeuteten einen zähen Überlebenskampf, dem alte und schwächliche Menschen und Tiere zum Opfer fi elen. Wilde Tiere, unter ihnen Wölfe, trieb es, vom Hunger geplagt, aus dem beinahe leblos gewordenen Wald in die Nähe menschlicher Gehöfte, wo sie versuchten, Stalltiere zu reißen. Doch die Menschen konnten sich nie so ganz sicher sein, ob sich hinter den wilden Tieren, die in der Düsternis ihr Unwesen trieben, nicht Dämonen, böse Geister oder Hexen verbargen.

In dieser kargen Zeit rückten die Menschen enger zusammen. Sie erzählten sich Geschichten und wandten sich gerne an Schicksalsmächte sowie Naturgeister und Götter. Sie beschworen sie und lockten sie durch erlesene Speisen und Opfer an. Träume sowie äußere Omen gewannen an Bedeutung.

All diese Umstände veranschaulichen, warum die zwölf Rauhnächte als willkommener und fruchtbarer Boden für zahlreiche Märchen, Mythen, Legenden und Sagen dienen. Doch was hat es tatsächlich mit diesen geheimnisvollen Tagen und Nächten auf sich?

Vollständigen Artikel lesen

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Mystery-Welten 2012

Matrix3000 Sonderheft Mystery-Welten 2012 als E-Paper-Download