01/25/2007 09:13

Keine Angst vor Zimtsternen

Category: Gesundheit

In der gerade hinter uns liegenden Advents- und Weihnachtszeit wurden die Bundesbürger mit Schreckensmeldungen bombardiert, die ihnen den Genuss ihres traditionellen Weihnachtsgebäcks verleiden sollten. Der im Zimt enthaltene Inhaltsstoff Cumarin sei, so die Aussagen des Bundesamtes für Risikobewertung, giftig und könne Krebs auslösen.

Alles maßlos übertrieben, sagt Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik in Aachen. Man habe bei den zugrundeliegenden Studien nicht unterschieden zwischen dem isolierten, chemisch reinen Cumarin und dem Gewürzstoff Zimt. Das im Zimt enthaltene Cumarin wirke aufgrund seiner Verbindung mit anderen Inhaltsstoffen im Körper völlig anders als chemisch reines Cumarin, so der Toxikologe und Arzneipflanzenforscher Dr. Matthias Schmidt.

Außerdem sei das Cumarin im Zimt nur in geringen Spuren enthalten. Um eine toxische Dosis aufzunehmen, müssten selbst Kinder Weihnachtsgebäck „im zweistelligen Kilogrammbereich“ auf einmal essen, so die Wissenschaftler. Müller- Nothmann, selbst Diabetes- Ernährungsberater, protestiert in diesem Zusammenhang auch gegen die Stigmatisierung des Zimt, der als Gewürz oder als wässeriger Zimtextrakt aufgenommen eine wichtige Rolle bei der Blutzuckerkontrolle von Diabetikern spielen kann und auch in anderen Bereichen der Naturheilkunde therapeutisch genutzt wird. Cumarin kommt außer in Zimt auch z. B. in Erdbeeren natürlich vor.

Quelle: ZEK / Release-net

Zitiert aus Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2007 (Dieses Heft ist nicht mehr lieferbar)