01/25/2007 09:17

Intelligentes Essen durch Nanotechnologie

Category: Gesundheit

Wenn der Verbraucher durch den Supermarkt schlendert, wird er oft vor die Qual der Wahl gestellt, worauf er denn nun eigentlich Appetit hat. Diese „Qual“ könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Durch Einbringen von Nanopartikeln in Lebensmittel könnte schon bald intelligentes Essen in den Handel gelangen, dessen Geschmack sich nach Belieben steuern lässt. Zum Beispiel könnte ein Milchshake so designed sein, dass er nach einmaligem Schütteln nach Schokolade, nach fünfmaligem Schütteln jedoch nach Erdbeeren schmeckt.

Erste Nanoprodukte seien bereits im Handel, so das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung. Bei den meisten handelt es sich um Kosmetikprodukte (etwa Sonnencremes) oder Reinigungsmittel (z. B. Imprägniermittel für Leder). Es gibt aber auch schon Lebensmittel, die mit Nanotechnologie „verbessert“ wurden. Tomatenketchup wird zum Beispiel mit Siliziumdioxid versetzt, um es dickflüssiger werden zu lassen. Bei Fertigtütensuppen sorgen Nanopartikel dafür, dass das Pulver streufähig bleibt und nicht im Beutel verklumpt.

Die Lebensmittelindustrie arbeitet jedoch auf Hochtouren, um weitere Nanoprodukte auf den Markt zu bringen. Die Milch der Zukunft könnte sich zum Beispiel automatisch rot verfärben, sobald sie sauer ist. Tiefkühlpizza könnte je nach Backdauer ihren Geschmack verändern. Der Süßwarenhersteller Mars hat ein Patent erteilt bekommen für ein Verfahren, seine Schokoriegel durch Nanopartikel haltbarer zu machen. Hierzu werden die Riegel mit einer hauchdünnen Schicht aus Titandioxid überzogen.

Allerdings ist bislang kaum erforscht, ob Beigaben von Nanopartikeln zu Lebensmitteln überhaupt gesundheitlich unbedenklich sind. Die Projektgruppe Nano Care am Forschungszentrum Karlsruhe hat herausgefunden, dass das Einatmen von Nanopartikeln Entzündungen an der Lunge hervorrufen kann. Andere Untersuchungen lassen vermuten, dass Lebensmittel, die Nanopartikel enthalten, Morbus Crohn auslösen können, eine chronische Darmerkrankung. Selbst einige auf Nanotechnologie basierende Reinigungsmittel mussten bereits vom Markt genommen werden, da sie zu Vergiftungserscheinungen führen konnten.

Quelle: t-online

Zitiert aus Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2007 (Dieses Heft ist nicht mehr lieferbar)