03/27/2008 12:20

Neue Fakten zur Antibiotika-Therapie

Category: Gesundheit

Durch den exzessiven Einsatz von Antibiotika, speziell in Krankenhäusern, sterben jährlich in den USA 100.000 Menschen an Infektionen, die durch Antibiotika-resistente Bakterien ausgelöst werden. Mathematiker der Vanderbilt University errechneten jetzt Modelle, wie Antibiotika besser und sinnvoller eingesetzt werden können. Normalerweise sind im menschlichen Körper diejenigen Bakterienstämme dominant, die keine Resistenz gegen Antibiotika besitzen. Durch die extensive Medikamentengabe (bis zu 18 Tage) jedoch werden sie so stark dezimiert, dass die resistenten Bakterien die Oberhand gewinnen können. Sobald diese dann eine neue Infektion auslösen, können sie mit keinem Medikament mehr bekämpft werden.

Die Wissenschaftler schlagen als Alternative vor, die vorbeugende Antibiotikabehandlung von Krankenhauspatienten auf maximal acht Tage zu begrenzen. Nach einer solchen Behandlungsdauer sind noch genügend nicht-resistente Bakterien vorhanden, um sich gegen die resistente Form zu behaupten und diese daher auf natürliche Weise zu dezimieren. Die Forscher räumen ein, dass in Einzelfällen eine längere Antibiotika-Therapie notwendig sein kann, um einem Patienten in einem akuten Fall zu helfen. Der generelle exzessive – fast routinemäßige – Gebrauch von Antibiotika in Krankenhäusern sei aber im Interesse der Patientengesundheit abzulehnen.

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2008