03/26/2009 08:33

Früherkennung autistischer Störungen

Category: Gesundheit

Auf der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) standen unter anderem Entwicklungsstörungen wie z. B. der Autismus im Vordergrund. Autistische Entwicklungsstörungen äußern sich in gestörtem Sozial- und Kommunikationsverhalten sowie der Neigung zu stereotypen Handlungen. Die sonstige Intelligenz ist oft normal ausgeprägt, es können sogar außerordentliche (z. B. mathematische) Fähigkeiten vorhanden sein.

Die DGKJP weist auf bestimmte Warnzeichen hin, bei deren Auftreten Eltern rechtzeitig einen Facharzt konsultieren sollten, um einen möglichen beginnenden Autismus abzuklären. Wenn ein Kind z. B. im Alter von 18 Monaten noch keine einzelnen Wörter bzw. nach 30 Monaten noch keine spontanen Zwei-Wort-Sätze spricht, könnte dies auf Autismus hindeuten. Ebenso ist es ein Warnsignal, wenn das Kind keinen Blickkontakt zu anderen Menschen aufnimmt, nicht lächelt und auch keine Verhaltensweisen nachahmt. Durch rechtzeitige individuelle Förderung und Therapie, so die DGKJP, kann die kognitive Entwicklung des Kindes deutlich verbessert werden. Selbst wenn Autismus bis heute nicht ursächlich geheilt werden kann, so können die Kinder gute Fortschritte erzielen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa 130.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren an frühkindlichem Autismus.

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2009