03/25/2010 14:49

Stoff-Allergie

Category: Gesundheit
By: Melanie von Bergen

Allergietest

„Mein Pulli bringt mich noch um!“

Einige Minuten reichen – und mein Gesicht spannt. Die Wangen fangen an zu brennen, sie jucken schrecklich. Am liebsten würde ich anfangen zu kratzen, doch ich beherrsche mich. Trotzdem wird die Haut immer röter. An einigen Stellen geht sie sogar auf, und es bildet sich ein wässriger Film.

Passiert mir dies nachts, ist es vorbei mit der Selbstbeherrschung. Im Halbschlaf kratze ich, bis mein Gesicht und die Bettlaken blutig sind. Solche Attacken erlebe ich immer wieder, und ich weiß nicht, was ich dagegen machen soll. Alle Untersuchungen hinsichtlich Bakterien, Hausstaubmilben und sonstigen Parasiten waren ohne Ergebnis, ebenso wie ein Allergietest. Über solche Anfälle klagen immer mehr Menschen – wenn auch vielfach zunächst in milderer Form – also z. B. nur als unangenehmes Spannungsgefühl der Haut oder als Juckreiz. Die Ursache bleibt häufig im Dunkeln, so dass den Betroffenen nichts anderes als die Verwendung von Cremes – oft mit Cortison – übrigbleibt. Doch warum reagiert die Haut der Leidtragenden – scheinbar grundlos – in solcher Weise? Die Heilpraktikerin Silvia Breves hat hierzu ihre eigene Theorie, die sie mit entsprechenden Erfolgen untermauern kann. „Allergie“ heißt das Stichwort. In den vorgenannten Fällen allerdings keine Allergie gegen Nahrungsmittel, sondern eine Art „Kleider- oder Stoff- Allergie“. Hierbei spielt sich im Organismus etwa Folgendes ab: in unserem Körper gibt es ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, an dem viele unterschiedliche Helferzellen beteiligt sind. Manche Arten dieser Abwehrzellen sitzen in den Schleimhäuten, um uns vor Erregern in der Luft zu schützen. Andere befinden sich im Darm, um Keime, die wir über die Nahrungsmittel zu uns nehmen, unschädlich zu machen. Und es gibt Abwehrzellen auch unter der Haut, die uns bei kleinen und großen Verletzungen vor eindringenden Erregern schützen. Funktioniert alles richtig, können diese Abwehrzellen Erreger oder Substanzen, die bedrohlich sind, von harmlosen unterscheiden. Wird ein gefährlicher Erreger identifiziert, schicken die ortsansässigen Abwehrzellen sofort eine Meldung an das zentrale Immunsystem. Dieses sendet dann viele weitere und vor allen Dingen spezialisiertere Abwehrzellen an den Ort des Geschehens. Der Abwehrkampf beginnt. Wir merken das in der Regel an einer entzündlichen Reaktion, die nicht übermäßig stark sein sollte, wenn alles läuft, wie es laufen soll, und das Immunsystem die Sache im Griff hat.

Anders sieht es bei einer allergischen Reaktion aus. Hier erkennen die ortsansässigen Abwehrzellen – also in diesem Fall diejenigen unter der Haut – nicht, dass sich im Wollpullover nur harmloses Wollfett befindet, das nun durch die Haut eindringt. Die Abwehrzellen halten die Wollfettpartikel für gefährliche Erreger, greifen sie an und fordern für den Abwehrkampf obendrein noch Verstärkung an. Auch die neu ankommenden Zellen des Immunsystems reagieren völlig unangemessen und beteiligen sich in vollkommen überzogener Art und Weise an dem Abwehrkampf. So werden nicht nur die harmlosen Wollfettpartikel eliminiert, sondern im Eifer des Gefechts verletzen die Abwehrzellen auch noch körpereigene Zellen, die sich in der Nähe der Wollfettpartikel befinden. Das Ergebnis: eine großflächige Entzündung. 

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Quelle: Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2010

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