03/30/2011 22:26

Falsche Vorurteile über Salz

Category: Gesundheit

Immer wieder wird unser alltägliches Kochsalz in Verruf gebracht. Angeblich soll es den Blutdruck steigern und damit das Schlaganfallrisiko erhöhen. Viele Menschen verzichten daher aus Angst auf Salzkonsum. Sie tun ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen.

Es gibt zwar Studien, die einen statistischen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und einem hohen Salzkonsum zu belegen scheinen. Salz ist allerdings keineswegs der einzige Risikofaktor für den Blutdruck. Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum, Stress etc. tragen ebenfalls dazu bei, und nicht immer kann man das eine vom anderen sauber trennen. So ist die Wissenschaft den endgültigen Beweis für das „schädliche Salz“ im Grunde bis heute schuldig geblieben. Es gibt allerdings Menschen, deren Blutdruck sensibel auf Salzaufnahme reagiert. Solche Menschen können tatsächlich ihren Blutdruck senken, wenn sie weniger Salz zu sich nehmen. Dies prophylaktisch zu tun, hat jedoch wenig Sinn, denn erst wenn man bereits einen erhöhten Blutdruck hat, lässt sich überhaupt feststellen, ob man zu den Salz-Sensitiven gehört.

Gleichzeitig ist Kochsalz eine lebensnotwendige Substanz. Das im Salz enthaltene Natrium ist entscheidend dafür, das Wasser im Körper zu halten. Bei Kochsalzmangel droht Dehydrierung, und jeder Sporttreibende weiß, dass der Körper bei einem schweißtreibenden Dauerlauf nicht nur Wasser, sondern auch Salz verliert, das hinterher unbedingt wieder ergänzt werden muss. Ein Normalbürger, der keinen Hochleistungssport treibt, kommt allerdings mit zwei Gramm Salz pro Tag aus. Wer sich sportlich fit hält, kann bis zu sechs Gramm pro Tag benötigen. Derartige Dosen sind meist in alltäglichen Lebensmitteln wie Brot, Fleisch, Wurst oder Käse bereits ausreichend enthalten. Nimmt man also nicht gezielt salzarme Nahrung zu sich, braucht man in der Regel die Speisen nicht unbedingt nachzusalzen. Dass wir es trotzdem tun, liegt daran, dass Salz auch ein wichtiger Geschmacksträger ist, der die anderen Aromen der Nahrung besser zur Geltung kommen lässt. Daher erscheinen uns ungesalzene Speisen nüchtern und fad.

Wer dennoch den Salzkonsum reduzieren möchte, sollte dies stufenweise tun. So können unsere Geschmacksknospen allmählich wieder daran gewöhnt werden, auch feinere Geschmacksnuancen wahrzunehmen.

Quelle: Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2011