03/31/2011 08:54

Sind Emotionen essbar?

Category: Wissen
By: Grazyna Fosar / Franz Bludorf

Der Geschmackssinn und unser Gehirn.

"JE STÄRKER DIE GESCHMACKSIMPULSE INS GEHIRN FLIESSEN, DESTO GERINGER WIRD UNSERE NEIGUNG, VERNÜNFTIG ZU DENKEN UND ZU HANDELN." 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem, was wir essen, und dem, was wir denken und fühlen? Zweifellos. Das Gehirn will wie jeder andere Körperteil auch ordentlich ernährt werden. Es ist sogar in der Lage, uns selbst zu sagen, was gut für uns ist, indem es uns die Nahrung schmecken lässt. Das, was gut schmeckt, sollte auch gesund sein. So ist es gedacht. Ein Idealfall, der heute leider schon nicht mehr allgemeingültig ist. Und doch nimmt das Gehirn über den Geschmackssinn Einfluss auf das, was wir essen. Neueste wissenschaftliche Forschungen brachten die überraschende Erkenntnis, dass es auch umgekehrt ist: Der Geschmackssinn hat entscheidenden Einfluss auf die Arbeit unseres Gehirns.

Der Geschmack ist einer der geheimnisvollsten menschlichen Sinne. Er dient nicht nur, uns beim Essen und Trinken zu verwöhnen, er hat auch einen sehr großen Einfluss auf die Arbeit unseres Gehirns. Geschmackseindrücke formen unsere Art des Denkens und steuern unsere metabolischen Prozesse. Zurzeit kennt man sechs verschiedene Geschmacksqualitäten. Darunter sind vier Basisgeschmacksrichtungen: Süß, salzig, sauer und bitter. Im Jahre 2000 wurde Umami als fünfte Geschmacksrichtung offiziell anerkannt. Das japanische Wort kann in etwa als „würzig“ übersetzt werden und bezeichnet einen Geschmackssensor für Glutaminsäure. Wir finden sie z. B. in Rindfleisch, Schimmelkäse, Pilzen, vor allem aber auch in vielen asiatischen Gerichten mit Soja und Fisch sowie in Gewürzmischungen. Vor kurzem wurde dann auch die sechste Geschmacksqualität entdeckt. Sie reagiert auf Fettsäuren, also vor allem auf Fettgeschmack.

Was Zellen schmecken

Bis jetzt hat sich das Thema Geschmack hauptsächlich auf die Anatomie unserer Zunge konzentriert. Wie wir wissen, gibt es auf der Zunge sogenannte Geschmacksknospen, und jede von ihnen enthält 50-100 Rezeptoren, die bei Berührung mit Nahrung entsprechende Impulse an unser Gehirn aussenden.

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Quelle: Matrix3000 Sonderheft Gesundheit 2011

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