04/24/2014 11:42

Urzeit-Virus wiederbelebt

Category: Wissen

Französischen Wissenschaftlern ist es gelungen, ein bislang unbekanntes Virus, das rund 30.000 Jahre seit der letzten Eiszeit im Permafrostboden Sibiriens eingefroren war, aufzutauen und dadurch wiederzubeleben. Sie injizierten es im Labor in eine Amöbe, die dadurch tatsächlich infiziert wurde. Das Eiszeit-Virus war tatsächlich auf diese Weise in der Lage, sich zu reproduzieren. Die Forscher wollten mit dem Experiment auf eine Gefahr der weltweiten Klimaerwärmung hinweisen, die bislang in der Öffentlichkeit kaum beachtet wurde. Durch das drohende Auftauen von Böden, die seit Jahrzehntausenden gefroren waren, könnten Krankheitserreger freigesetzt werden, gegen die heutige Tiere und Menschen keine Abwehrkräfte mehr besitzen.

Als das Eiszeit-Virus letztmals aktiv war, war die Region noch von längst ausgestorbenen Neandertalern und Mammuts bevölkert. Pithovirus sibericum, wie der Urzeit-Erreger genannt wurde, ist für heutige Verhältnisse außergewöhnlich groß und besteht aus fast 500 Genen. Ein heutiges Grippevirus z. B. enthält nur acht Gene. Damit erreicht Pithovirus fast die Größe von Bakterien und ist sogar unter einem Lichtmikroskop sichtbar. Das Wiedererwachen von Urzeit-Organismen aus dem Kälteschlaf mit allen damit verbundenen Gefahren ist also keine Science-Fiction mehr.

Quelle: Matrix 3000 Band 81