08/30/2012 13:42

Der Facebook-Buddhismus

Category: Gesellschaft
By: Joachim Wetzky

Was will die Occupy-Bewegung wirklich?

Es ist der 17. September 2011. Etwa 500 Menschen versammeln sich im Zuccotti-Park, New York. Gleichzeitig kursieren Websites im Internet, in denen man sich auf ein Gerichtsurteil beruft, laut dem man keine offizielle Genehmigung benötigt, um sich auf Bürgersteigen zu versammeln oder diese zu besetzen. Auf Twitter sind Sachen zu lesen wie #occupywallstreet now! We are the #99% - expect us!

In den folgenden Tagen wird im Internet an vielen Stellen eindringlich zu einer symbolischen Besetzung der Wall Street aufgerufen. In den Nächten harren etwa 50 der Besatzer aus und übernachten in Schlafsäcken und Zelten. Schließlich werden immer mehr Menschen hellhörig, und Prominente wie Deepak Chopra und Noam Chomsky geben ihre Unterstützung dieser Bewegung bekannt. Etwa einen Monat später, es ist der 15. Oktober 2011, versammeln sich hunderttausende Menschen in mehr als 1.000 Städten und über 80 Ländern. Die Occupy-Bewegung ist auf diesem Planeten angekommen.

Was wollen diese Leute?

Für den Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Joseph E. Stiglitz macht es keinen Sinn mehr, das Offensichtliche zu bestreiten. „Die oberen Zehntausend haben das gesamte Wachstum der letzten Jahrzehnte - und mehr - unter sich aufgeteilt.“i Banken erlangen mittlerweile einen unvorstellbaren Reichtum, indem sie die Verluste sozialisieren, die Gewinne hingegen privatisieren. Der Nobelpreisträger kommt zu der erdrückenden Einsicht, dass es heute einen Krieg gegen die Mittelklasse der Gesellschaft gibt. Die Initiatoren der „Occupy Wall Street“-Bewegung protestieren deshalb nach eigenen Angaben gegen die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Mittelschicht und auf die ärmere Bevölkerung der USA.

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Quelle: Matrix3000 Band 71

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