06/24/2010 07:12

70 Jahre Vertuschung

Category: Politik
By: Franz Bludorf

10. April 2010: Polen trauert um sein Präsidentenehepaar Maria und Lech Kaczynski.

Mit dem Präsidentenpaar starben bei dem Flugzeugabsturz zahlreiche polnische Spitzenpolitiker. Schon zum zweiten Mal in der Geschichte wurde Polen bei Katyn eines Großteils seiner Führungselite beraubt.

Er blieb vom Absturz verschont: Polens Premier Donald Tusk ehrte schon vier Tage früher, gemeinsam mit Wladimir Putin, die im zweiten Weltkrieg ermordeten polnischen Offiziere.

Von Katyn nach Smolensk - Friedensvertrag für Deutschland verhindert.

„Katyn ist ein verfluchter Ort. Ich vergesse nie meinen Besuch dort. Die schreckliche Stille im Wald. Keine Vögel, kein Leben.“ Polens Ex-Präsident Aleksander Kwasniewski steht sicher nicht im Verdacht, abergläubisch zu sein. Doch er spricht aus, was viele seiner Landsleute fühlen. Exakt 70 Jahre nach dem von Stalin angeordneten Massenmord an über 20.000 polnischen Offizieren und Intellektuellen, einem der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges, tötet der kleine Ort bei Smolensk immer noch Menschen. Und erneut wurde der polnische Staat eines Großteils seiner Führungselite beraubt. Offizielle Kreise in Warschau bemühen sich, Verbindungen zwischen dem Flugzeugabsturz von Smolensk und dem Massaker von Katyn herunterzuspielen. Politisch betrachtet besteht wohl auch kein Zusammenhang. Die Koinzidenzen liegen auf einer tieferen Ebene, dort, wo Weltgeschichte eigentlich entsteht. Katyn zeigt alle Anzeichen einer Zeitschleife, einer (wenn auch nicht exakten) Wiederholung der Geschichte. Zu eindeutig sind manche Parallelen. Schon der Name des Ortes ist ein historisches Mißverständnis. Er leitet sich ab vom altrussischen kat („Lager“). Im Polnischen bedeutet das gleiche Wort „Henker“.

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Quelle: Matrix3000 Band 58

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