06/28/2012 02:57

Frankreich muss Gen-Mais zulassen

Category: Ökologie

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit hat einen Vorstoß der französischen Regierung zurückgewiesen, den Anbau von genmanipuliertem Mais in Frankreich zu verbieten. Betroffen war eine insektenresistente Maissorte, die von dem multinationalen Biotechnologiekonzern Monsanto vertrieben wird. Um seinen Verbotserlass zu unterstützen, hatte Frankreich wissenschaftliche Beweise für die Gefährlichkeit des genmanipulierten Saatguts eingereicht. Diese hat die EU-Behörde nunmehr zurückgewiesen. Es gebe keine spezifischen wissenschaftlichen Beweise im Hinblick auf Risiken für die menschliche und tierische Gesundheit oder die Umwelt, um ein Verbot zu unterstützen. Bereits 2008 hatte die französische Regierung den Anbau der Maissorte MON 810 nach öffentlichen Protesten verboten, war aber 2011 vor einem französischen Gericht unterlegen. Daraufhin erneuerte die Regierung das Verbot im März 2012, wofür der damalige Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire jetzt als neue Begründung angab, „die Umwelt zu schützen.“ Dieses Verbot wurde nunmehr von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zurückgewiesen. Die Behörde hatte letztens ihren Fokus wieder verstärkt auf genmanipuliertes Saatgut gelenkt aufgrund eines Appells britischer Wissenschaftler, man möge Anti- Genfood-Aktivisten daran hindern, ein Testanbaugebiet für GM-Weizen in England zu beschädigen. Kurz zuvor war der britische Farmer Hector Christie festgenommen worden, weil er unbefugt das Testfeld von Rothamsted Research betreten und mehrere Pflanzen abgeschnitten hatte.

Quelle: Matrix3000 Band 70