06/28/2012 07:29

Die Grundlagen einer spirituellen Kommunikation

Category: Spiritualität
By: Ralf Lehnert

Vor 25 Jahren starb Carl Ransom Rogers. Er war ein bekannter amerikanischer Psychologieprofessor und humanistischer Therapeut. Er hinterließ uns die klienten- oder partnerzentrierte Gesprächspsychotherapie, die er Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelte. In diesem Artikel zeige ich auf, dass dieses Konzept, ohne dass es explizit diesen Anspruch erhebt, die Basics, Bedingungen und Kriterien einer spirituellen Kommunikation erfüllt.

Die Lösung aller Probleme liegt in dir

Das von Rogers entwickelte Konzept ist weitgehend nicht forcierend. Es geht davon aus, dass jeder Mensch die Lösung für seine Probleme in sich trägt. Es geht daher nicht darum, dem Menschen von außen irgend etwas hinzuzufügen, und seien es noch so gutgemeinte Ratschläge, sondern ihn zu befähigen, zu seinen eigenen Quellen, seinen eigenen Kompetenzen und Möglichkeiten zurückzufinden. Selbst Fragen, etwa, wie sich ein Problem anfühle, sind nicht sinnvoll, weil sie das Gegenüber von seinen eigenen Gedanken abziehen. Vielmehr wird der Gesprächspartner durch Akzeptanz und Wertschätzung sowie durch Rückkopplung seiner Aussagen (dazu später mehr) in seine Mitte sowie ins Hier und Jetzt gebracht.

Heilung geschieht

Rogers war davon überzeugt, dass in jedem Lebewesen die Tendenz zur Selbstverwirklichung verankert ist sowie das Bedürfnis nach Heilsein und Ganzwerdung. Beeindruckt war er von der Seeigelforschung des deutschen Zoologen, Theologen und Naturphilosophen Hans Driesch. In einem biologischen Forschungsinstitut in Neapel gelang es diesem, die ersten zwei Zellen eines Seeigelkeims, die sich nach der ersten Teilung des befruchteten Eis gebildet hatten, zu trennen. Wären die Zellen nicht getrennt worden, so hätte sich aus jeder der beiden Zellen ein anderer Teil der Seeigellarve gebildet. Nach der Trennung hätte man nun annehmen können, dass die beiden Zellen überhaupt nicht oder kaum mehr wachsen oder sich jeweils nur zu einem Teil einer Seeigellarve entwickeln würden. Tatsächlich aber wuchs aus jeder der beiden Zellen, nachdem man sich bemühte, sie am Leben zu erhalten, eine eigene Seeigellarve. Sie war zwar etwas kleiner als üblich, sonst aber vollkommen normal. Rogers schloss daraus, dass im Universum eine formative Tendenz am Werk zu sein scheint, die auf jeder Ebene zu beobachten Ist. 

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Quelle: Matrix3000 Band 70

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