06/28/2012 07:59

Diamanten statt Menschen

Category: Politik
By: Survival International

Die Khoisan stellen die indigene Bevölkerung Südafrikas dar. Sie wurden früher in die Bevölkerungsgruppen der Khoikhoi (früher abfällig als „Hottentotten“ bezeichnet) und der San („Buschleute“) unterteilt. Die Khoikhoi sind traditionell Viehzüchter, die San dagegen Jäger und Sammler.

Botswanas Regierung vertreibt indigene Bevölkerung der Kalahari-Wüste.

Ein Bericht von Survival International.

„Wir sind geschaffen wie der Sand.“ Die Buschleute sind die indigene Bevölkerung des südlichen Afrikas. Es gibt 100.000 „Buschleute” in Botswana, Namibia, Südafrika und Angola. Sie leben seit mindestens 70.000 Jahren in der Region, vorrangig als Jäger und Sammler.

Inmitten Botswanas befindet sich das Central Kalahari Game Reserve (CKGR), ein Reservat, das entstanden ist, um das angestammte Land der 5.000 Gana, Gwi und Tsila Buschleute (und ihrer Nachbarn, der Bakgalagadi) und gleichzeitig ihr Wild zu schützen.

Vertreibung nach Diamantenfunden

In den frühen 1980er Jahren wurden Diamanten im Reservat entdeckt. Schon bald wurde den Kalahari- Buschleuten von Regierungsbeamten mitgeteilt, dass sie das Reservat wegen der entdeckten Diamanten verlassen müssten.

In drei großen Räumungen 1997, 2002 und 2005 wurden alle Buschleute aus dem Reservat vertrieben. Ihre Häuser wurden abgerissen, ihre Schule und ihr Gesundheitsamt geschlossen, ihre Wasserversorgung wurde zerstört und die Menschen wurden bedroht und abtransportiert. Sie leben nun in Umsiedlungslagern außerhalb des Reservats. Es ist ihnen kaum möglich zu jagen. Wenn sie es dennoch tun, werden sie festgenommen und verprügelt. Sie sind von Zuteilungen der Regierung abhängig. Alkoholismus, Depression und Krankheiten wie Tuberkulose und HIV/Aids stellen ernsthafte Probleme für die Indigenen dar.

Wenn sie nicht in ihr angestammtes Land zurückkehren können, werden ihre einzigartigen Gesellschaften und ihre Lebensweise zerstört, und viele von ihnen werden sterben.

Kurzinfo Botswana

Die Republik Botswana ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika, der an Südafrika, Namibia, Sambia und Simbabwe grenzt. Die ehemals britische Kolonie gilt als demokratisches Musterland in Afrika und hat bisher kaum durch Unruhen, Krieg oder Gewaltherrschaft von sich reden gemacht. Beim Korruptionsindex liegt das Land international auf Platz 38 – besser als Italien. Presse- und Meinungsfreiheit sind weitgehend gewährleistet. Um so schwerer wiegen die Vorwürfe, daß das Land die letzten etwa 5.000 Mitglieder der indigenen Bevölkerung der Kalahari-Wüste diskriminiert und systematisch aus ihrem angestammten Lebensraum, dem Central Kalahari Game Reserve (CKGR), vertreibt. Das ehemals bettelarme Land hat mittlerweile das beste Kredit-Rating Afrikas. Das volkswirtschaftliche Einkommen Botswanas beruht zu über 70% auf dem Export von Diamanten. Die Minen auf dem Territorium des Landes werden von einer Gesellschaft betrieben, die je zur Hälfte dem botswanischen Staat und dem weltweit größten Diamantenproduzenten, der luxemburgischen Firma De Beers, gehört.

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Quelle: Matrix3000 Band 70

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