03/27/2014 18:38

Eiskalte Berechnung

Category: Gesundheit

Nein - bei dieser Meldung geht es nicht um skrupellose Kapitalisten oder korrupte Politiker, wie man erwarten würde. Ausnahmsweise müssen wir die Überschrift einmal wörtlich nehmen.

Es geht um das Problem, dass zahlreiche biopharmazeutische Medikamente im Gegensatz zu ihren rein chemischen Vettern nur begrenzt haltbar sind. Insbesondere gilt dies gerade für Mittel gegen schwerste oder chronische Krankheiten wie Krebs oder Diabetes. Man behilft sich damit, dass die Medikamente in einer Pufferlösung in speziellen Cryobehältern bei -70 Grad Celsius gelagert und transportiert werden. Worauf man bislang keinen Einfluss hatte, waren die Schäden, die während der Prozesse des Einfrierens und Wiederauftauens an den Substanzen auftreten. Während anorganische Substanzen starke Temperaturänderungen oft schadlos überstehen, werden biologische Zellstrukturen und komplizierte Proteinketten durch Gefrieren und Auskristallisieren des im Gewebe enthaltenen Wassers häufig zerstört oder zumindest geschädigt.

Die Firma ZETA Biopharma hat nun neuartige Testanlagen entwickelt, in denen die grundlegenden Eigenschaften proteinhaltiger Substanzen getestet und auf der Basis dieser Daten das Verhalten der Substanz beim Einfrieren und Auftauen weitgehend vorhergesagt werden kann. Auf diese Weise kann eine Pharmafirma ein biopharmazeutisches Präparat testen lassen, um optimale Einfrier-, Auftau- und Lagermethoden zu bestimmen, die eine weitgehende Erhaltung der Wirkkraft gewährleisten. Für die Tests muss das Unternehmen nicht einmal die Testanlagen für sich selbst anschaffen und installieren, da ZETA auch Aufträge für derart "eiskalte Berechnungen" übernimmt.