12/22/2011 11:27

Im Zangengriff der Banken

Category: Politik
By: Marco Meng

Wo bleibt die konsequente Regulierung der Finanzmärkte?

Eigentlich ist die Aufgabe der Banken die Versorgung von Wirtschaft und Privatpersonen mit Liquidität, also die Kreditvergabe. Da das Eigenkapital vieler Banken zu klein ist, um die im Fall des Falles auftretenden Schäden zu decken, und man ohnehin einen Großteil des billig geliehenen Geldes zum Spekulieren benutzt, „lösen“ Banken dieses Problem, indem sie Kreditforderungen verbriefen und weiterverkaufen. Zudem erfinden sie immer neue „Finanzprodukte“, um an der Börse oder außerbörslich noch mehr Gewinne einzufahren. Seit 2007 sind so bei mehr als 350 europäischen Kreditinstituten die Bilanzsummen gestiegen. 15 Banken haben sogar eine Bilanzsumme, die größer ist als das Bruttoinlandsprodukt ihrer Heimatländer. Weltweit sind 28 Banken nach Ansicht der Aufseher derzeit so groß, dass ihr Zusammenbruch das ganze Finanzsystem ins Wanken bringen könnte, darunter auch die Deutsche Bank, deren Bilanzsumme fast das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands erreicht hat. Dass es auch anders geht, zeigt u.a. Kanada, wo man seit 1990 keine größeren Bankenfusionen mehr zugelassen hat. Hier indes durften die Deutsche Bank sogar mitten in der Finanzkrise die Postbank und die Commerzbank die Dresdner übernehmen.

Große Versprechungen – doch alles blieb beim Alten

Statt aber die Bankenaufsicht effektiver zu machen und zu stärken, hat die Bundesregierung seit 2008 so gut wie nichts getan: Es bleibt alles, wie es war.

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Quelle: Matrix3000 Band 67

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