10/27/2011 10:39

Vom Therapeuten zum Eingeweihten

Category: Spiritualität
By: Ralf Lehnert

Thorwald Dethlefsen

In Memoriam Thorwald Dethlefsen

Am 11. Dezember 2011 wäre Thorwald Dethlefsen, eine Kapazität auf esoterischem Gebiet, 65 Jahre alt geworden. Während seiner letzten Lebensjahre zog er sich zurück. Zwei Schlaganfälle raubten ihm die Fähigkeit, problemlos zu kommunizieren und zu sprechen. Vor einem Jahr, am 1. Dezember 2010, verstummte er für immer und verließ die irdische Ebene. Vielleicht hatte er bereits alles, was er sagen wollte, gesagt. Es dauerte einige Wochen, bis die Nachricht von seinem physischen Ableben langsam durchsickerte.

Nach Marx kam das Interesse an Selbsterkenntnis

Es war Ende der siebziger Jahre, als ein Tsunami östlicher Esoterik und Spiritualität auf die westlichen Länder überschwappte. Gruppen wie Ananda Marga, die Hare-Krishna-Jünger mit ihrer Tonsur, also ihren bis auf einen Zopf kahl rasierten Schädeln, und Maharishi Mahesh Yogi mit seiner Transzendentalen Meditation warfen ihre Netze aus. Die Medien und kirchlichen Sektenexperten prägten und verbreiteten die Begriffe „Jugendreligionen“ und „Jugendsekten“. Die Straßen in den großen Metropolen waren voller orange gekleideter Menschen. Dabei handelte sich um keinen Aufstand der Müllmänner, sondern um Demonstrationen der Lebensfreude durch die Anhänger Bhagwans, der sich später Osho nannte. Genau in dieser Zeit betrat ein Mann, Thorwald Dethlefsen, die Bühne der Öffentlichkeit und erklärte die Säulen und Disziplinen der westlichen Esoterik wie etwa Alchimie, Hermetik, Astrologie, Homöopathie und Magie in leicht verständlichen Worten. Dennoch war er weit davon entfernt, in die Einfältigkeitsfalle vieler moderner Esoteriker zu tappen. Im Gegenteil, er verzichtete nicht auf differenzierte und mitunter paradoxe Beschreibungen, um der ebenso paradoxen und polaren, komplexen und vielschichtigen Wirklichkeit gerecht zu werden. Vor allem mit seinem Buch „Schicksal als Chance“, das er in seinem Vorwort zunächst befremdend als Einführung in das Weltbild der Esoterik bezeichnet, obwohl es umfassender, systematischer, tiefgreifender und klarer ist als viele andere esoterische Werke, hat er vielen Suchern und Interessierten den Weg zur Esoterik geebnet. Ähnliches gilt für sein Folgewerk „Krankheit als Weg“, das er zusammen mit seinem Schwager, dem Mediziner Rüdiger Dahlke, verfasste. 

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Quelle: Matrix3000 Band 66

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