03/27/2014 21:19

Neue Erkenntnisse über Neurodermitis

Category: Gesundheit

Zehn bis zwanzig Prozent der Kinder und drei Prozent der Erwachsenen in den westlichen Industrieländern leiden unter Neurodermitis, einer entzündlichen Hautkrankheit mit quälendem Juckreiz. Es handelt sich also um eine echte Volkskrankheit.

Forschern der Universität Aachen ist es kürzlich gelungen, Genaueres über die Entstehung dieser Krankheit herauszufinden. Eine Schlüsselrolle spielt offenbar Interleukin 31, ein Botenstoff, der im Hautgewebe und Blut von Neurodermitispatienten verstärkt nachgewiesen werden kann. Bislang glaubte man nur, Interleukin 31 würde den Juckreiz verstärken. Die Aachener Wissenschaftler konnten jedoch nachweisen, dass die Substanz selbst ursächlich daran beteiligt ist, die Ausbildung einer funktionierenden Hautbarriere zu hemmen. Dadurch wird die Bildung wichtiger Strukturproteine und Lipide verhindert, was den Schutz vor irritierenden Fremdstoffen und Allergenen herabsetzt und den Wasserverlust der Haut erhöht. Gleichzeitig aktiviert Interleukin antimikrobielle Proteine, was wiederum die Schutzfunktion der Haut erhöht. Der Mechanismus als Ganzes 

"Bei der Neurodermitis besteht das Grundproblem darin, dass in der Haut Strukturveränderungen stattfinden, die die Haut empfindlicher machen", sagt Prof. Dr. med. Dr. h. c Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). "Mit der prämierten Untersuchung scheint einer dieser Mechanismen tiefgreifender aufgeklärt worden zu sein. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, die klinische Forschung bei der Entwicklung von Medikamenten, die diese Hautdefekte besser ausgleichen können, umfassender zu unterstützen."