12/20/2012 07:41

Tage des Zorns

Category: Politik
By: Hanno Weber

Auch in Deutschland - etwa hier in Köln - schlossen sich Demonstranten der Protestbewegung an

Europa protestiert gegen Sparpolitik · Brutale Polizeigewalt · Alles im Plan?

Es brodelt in Europa. Am 14. November kam es zu koordinierten Streik- und Protestaktionen in 20 europäischen Ländern. Millionen gingen auf die Straße, um gegen die Sparpolitik der EU zu protestieren. In vielen Ländern lag das öffentliche Leben lahm. Generalstreiks in Griechenland, Portugal und Italien. In Spanien brach stundenlang der Stromverbrauch zusammen, weil Industrieanlagen stillstanden. In Belgien fuhr kein Eisenbahnzug mehr. In Spanien und Portugal wurde mehr als die Hälfte der Flüge gestrichen.

Demonstranten brutal zusammengeschlagen

Die Polizei ging gegen die Aktionen mit teilweise extrem brutaler Härte vor. Nach Berichten von Amnesty International wurden in Athen, Madrid und Bukarest friedliche Demonstranten zusammengeschlagen und getreten sowie durch Tränengas und Gummigeschosse verletzt. ATTAC-Mitglieder bestätigten weitgehend diese Meldungen. Es kam auch zu willkürlichen Festnahmen. Verletzten sei zudem der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert worden. Amnesty International berichtet auch über gewaltsame Übergriffe der Polizei gegen Journalisten, die nur über die Proteste berichten wollten (bereits im Juni 2011 hatte in Athen ein Journalist sein Gehör verloren, als dicht neben ihm eine Blendgranate einschlug). In Portugal setzten Polizeikräfte Hunde gegen Demonstranten ein und feuerten sogar scharfe Warnschüsse in die Luft. Im Lissabon-Vertrag wurde eine ausdrückliche Erlaubnis für die Polizei verankert, auf Menschen zu schießen, um bei Volksaufständen Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Europas Machthaber wussten schon damals, was auf sie zukommen würde, denn sie wussten, was ihren Bürgern bevorstehen würde.

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Quelle: Matrix3000 Band 73

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